Allergo J Int 2021; 30: 1–25
Leitlinie zu Akuttherapie und
Management der Anaphylaxie –
Update 2021
S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie
und klinische Immunologie (DGAKI), des Ärzteverbands
Deutscher Allergologen (AeDA), der Gesellschaft für
Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA), der
Deutschen Akademie für Allergologie und Umweltmedizin
(DAAU), des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte
(BVKJ), der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische
Intensivmedizin (GNPI), der Deutschen Dermatologischen
Gesellschaft (DDG), der Österreichischen Gesellschaft für
Allergologie und Immunologie (ÖGAI), der Schweizerischen
Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (SGAI), der
Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und
Intensivmedizin (DGAI), der Deutschen Gesellschaft für
Pharmakologie (DGP), der Deutschen Gesellschaft für
Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), der
Patientenorganisation Deutscher Allergie- und
Asthmabund (DAAB) und der Arbeitsgemeinschaft
Anaphylaxie – Training und Edukation (AGATE)
J ohannes R ing1, K iRsten B eyeR2, tilo B iedeRmann1, andReas B iRcheR3, matthias FischeR
4
, thomas Fuchs5, axel helleR6,
FloRian hoFFmann7, isidoR hutteggeR8, thilo JaKoB9, ludgeR K limeK
10
, matthias V. Kopp
11
, claudia KugleR1,
laRs lange
12
, oliVeR pFaaR
13
, eRnst R ietschel
14
, FRanzisKa R ueFF
15
, saBine schnadt
16
, R oland seiFeRt
17
, BRitta stöcKeR
18
,
R egina tReudleR
19
, chRistian VogelBeRg
20
, thomas WeRFel
21
, maRgitta WoRm
22
, helmut sitteR
23
, K nut BRocKoW
1
1Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München,
München, Deutschland; 2Klinik für Pädiatrie m. S. Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin, Charité –
Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland; 3Allergologische Poliklinik, Klinik für Dermatologie,
Universitätsspital Basel, Basel, Schweiz; 4Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und
Schmerztherapie, ALB FILS Kliniken Göppingen, Göppingen, Deutschland; 5Hautklinik Universitätsmedizin
Göttingen, Göttingen, Deutschland; 6Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin,
Universitätsklinikum Augsburg, Augsburg, Deutschland; 7Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen
Kinderspital, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, Deutschland; 8Klinik für Pädiatrie,
Universitätsklinikum Salzburg, Salzburg, Österreich; 9Klinik für Dermatologie und Allergologie,
Universitätsklinikum Gießen, UKGM, Justus-Liebig-Universität, Gießen, Deutschland; 
10
Zentrum für Allergologie
und Rhinologie Wiesbaden, Wiesbaden, Deutschland; 
11
Pädiatrische Pneumologie, Universitätsklinik für
Kinderheilkunde, Inselspital, Universität Bern, Schweiz; 
12
St. Marien-Hospital Bonn, Bonn, Deutschland; 
13
Sektion
Rhinologie und Allergologie, HNO-Universitätsklinik Marburg, Medizinische Fakultät Marburg, Philipps-Universität
Schlüsselwörter
Anaphylaxie,
Nahrungs-
mittelallergie,
Arzneimittel-
allergie,
Adrenalin, Not-
fallmanagement,
Pharmako-
therapie,
Gruppen-
schulung,
Autoinjektor,
COVID-19,
Impfung
Entwicklungsstufe
S2k
AWMF-Leitlinien-
Register-Nummer
061-025
Stand
(Fertigstellung)
2021
Überprüfung
(geplant für)
2025
ICD-10-Nummer
T 78, T 80, J.45,
L 23
Englische Fassung
http://link.springer.
com/journal/40629
20
Leitlinie 
publiziert bei:

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
Abkürzungen
AAI Adrenalin-Autoinjektor
ACE Angiotensinkonvertierendes Enzym
ÄLRD Ärztlicher Leiter Rettungsdienst
AGATE Arbeitsgemeinschaft Anaphylaxie –
Training und Edukation e. V.
CD Zelluläre Oberflächenmerkmale
(„cluster of differentiation“)
DAAB Deutscher Allergie- und Asthmabund
EIA Belastungsinduzierte Anaphylaxie
(„exercise-induced anaphylaxis“)
FDEIA Nahrungsmittelinduzierte anstrengungs-
getriggerte Anaphylaxie („food-depen-
dent-exercise-induced anaphylaxis“)
FiO
2 
Inspiratorische Sauerstofffraktion
ICD Klassifikationssystem für medizinische
Diagnosen („International Statistical
Classification of Diseases and Related
Health Problems“)
IgE Immunglobulin E
i. m. Intramuskulär
i. v. Intravenös
LT Leukotrien
NSAR Nicht steroidale Antirheumatika
PAF Plättchenaktivierender Faktor
s.c. Subkutan
WHO Weltgesundheitsorganisation
Marburg, Marburg, Deutschland; 
14
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Universitätsklinikum Köln, Köln,
Deutschland; 
15
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Klinikum der Ludwig-Maximilians-
Universität, München, Deutschland; 
16
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB), Mönchengladbach,
Deutschland; 
17
Institut für Pharmakologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland; 
18
Praxis für
Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Poppelsdorfer Allee, Bonn, Deutschland; 
19
Klinik für Dermatologie und
Allergologie, Universitätsmedizin Leipzig, Leipzig, Deutschland; 
20
Klinik und Poliklinik für Kinder- und
Jugendmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, Deutschland;
21
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover,
Deutschland; 
22
Klinik für Dermatologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland;
23
Institut für Chirurgische Forschung, Philipps-Universität Marburg, Marburg, Deutschland
Zitierweise: Ring J, Beyer K, Biedermann T, Bircher
A, Fischer M, Fuchs T, Heller A, Hoffmann F,
Hutegger I, Jakob T, Klimek L, Kopp MV, Kugler C,
Lange L, Pfaar O, Rietschel E, Rueff F, Schnadt S,
Sifert R, Stöcker B, Treudler R, Vogelberg C, Werfel
T, Worm M, Sitter H, Brockow K. Guideline (S2k)
on acute therapy and management of anaphylaxis:
2021 update. S2k-Guideline of the German Society
for Allergology and Clinical Immunology (DGAKI),
the Medical Association of German Allergologists
(AeDA), the Society of Pediatric Allergy and Envi-
ronmental Medicine (GPA), the German Academy
of Allergology and Environmental Medicine
(DAAU), the German Professional Association of
Pediatricians (BVKJ), the Society for Neonatology
and Paediatric Intensive Care (GNPI), the German
Society of Dermatology (DDG), the Austrian Socie-
ty for Allergology and Immunology (ÖGAI), the
Swiss Society for Allergy and Immunology (SGAI),
the German Society of Anaesthesiology and Inten-
sive Care Medicine (DGAI), the German Society of
Pharmacology (DGP), the German Respiratory
Society (DGP), the patient organization German
Allergy and Asthma Association (DAAB), the German
Working Group of Anaphylaxis Training and Edu-
cation (AGATE). Allergo J Int 2021;30:1–25
https://doi.org/10.1007/s40629-020-00158-y
Problemstellung
Unter Anaphylaxie versteht man eine akute systemi-
sche Reaktion mit Symptomen einer allergischen
Sofortreaktion, die den ganzen Organismus erfassen
kann und potenziell lebensbedrohlich ist [1, 2, 3].
Auch wenn Anaphylaxie in ihrer Symptomatik
hoch akut abläuft, liegt dem Ereignis eine chroni-
sche Erkrankung zugrunde, da es durch die zugrunde-
liegende Fehlsteuerung des Immunsystems jeder-
zeit erneut zu Reaktionen kommen kann, was teil-
weise gravierende Auswirkungen psychischer und
organisatorischer Art auf den Alltag von Betroffe-
nen hat.
Die Definition der Anaphylaxie ist weltweit nicht
einheitlich. Derzeit werden verschiedene Klassifi-
kationssysteme verwendet. Im deutschen Sprach-
raum ist bislang überwiegend die hier verwendete
Klassifikation eingesetzt worden.
Anaphylaktische Reaktionen gehören zu den
schwersten und potenziell lebensbedrohlichen, dra-
matischen Ereignissen in der Allergologie. Die
Akutbehandlung wird auf der Grundlage von inter-
nationalen Leitlinien und Empfehlungen von Lehr-
büchern durchgeführt. Die vorliegende Leitlinie
aktualisiert frühere Versionen von 1994, 2007 und
21

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
2014 [4, 5, 6, 7, 8] und berücksichtigt internationale
Leitlinien [7] (siehe „Verfahren zur Konsensus-
bildung“).
Anaphylaktische Reaktionen können auf jeder
Stufe der Symptomatik spontan zum Stillstand ge-
langen, aber auch trotz adäquater Therapie fort-
schreiten. Diese Unwägbarkeit erschwert es, die
Wirksamkeit therapeutischer Maßnahmen zu be-
urteilen. Einzelfallbeobachtungen erlauben keine
Einschätzung darüber, ob spezifische Maßnahmen
wirksam waren. Bekannt ist, dass Betroffene nach
erfolgreich behandelter Anaphylaxie infolge eines
Insektenstiches nur unzureichend nachbetreut wur-
den [9, 10, 11]. Diese Probleme in der Grundversor-
gung unterstreichen die Notwendigkeit weiterer
wissenschaftlicher Arbeit sowie die Bedeutung der
vorliegenden Leitlinie.
Diese Leitlinie richtet sich an alle ärztlich Tätigen
sowie an andere medizinisch tätige Personen, die in
der Akutbehandlung, Diagnostik und Beratung von
Patient*innen mit Anaphylaxie beteiligt sind.
Geschlechtsbezogene Personenbeschreibungen
werden in der Schreibweise mit Genderstern ange-
geben; darin sind männliche, weibliche und diverse
Personen eingeschlossen.
Epidemiologie der Anaphylaxie
In den letzten Jahren gibt es zunehmend weltweit
Datenerhebungen zur Häufigkeit anaphylaktischer
Reaktionen [12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21]. Auf-
grund der uneinheitlichen Definition beziehungs-
weise der Tatsache, dass eine Anaphylaxie mit
Todesfolge nicht immer sicher erkannt wird, ist von
einer gewissen Dunkelziffer auszugehen. Eine Limi-
tation bei den Daten zur Epidemiologie der Ana-
phylaxie besteht in der fehlenden einheitlichen
Kodierung der Anaphylaxie nach der ICD-10. So
existieren zahlreiche ICD-10-Kodierungen, die eine
Anaphylaxie einschließen können. Für die Über-
arbeitung in Form des ICD-11, die ab 2022 von der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Kraft ge-
setzt werden wird, wird es voraussichtlich eine neue
Einordnung der Anaphylaxie geben [22, 23, 24]. Ins-
besondere besteht Klärungsbedarf bezüglich der
Frage, ob wiederholte kutane Reaktionen bei beste-
hender Typ-I-Allergie bereits einer Anaphylaxie zu-
zuordnen sind, ob per definitionem die Beteiligung
von mindestens zwei Organsystemen zu fordern ist
oder ob nur der Organbefall des Respirations- und/
oder Herzkreislaufsystems eine schwere Reaktion
darstellen und somit als Anaphylaxie zu werten
sind. Hier besteht derzeit weder national noch
international ein Konsens. Publizierte Daten zur
Epidemiologie müssen daher unter Berücksichti-
gung dieser Aspekte bewertet werden [25, 26].
Retrospektive Studien lassen darauf schließen,
dass bis zu 1–2 % der von einer Anaphylaxie Betrof-
fenen in einer Notaufnahme einer Klinik der
Maximalversorgung wegen anaphylaktischer Reak-
tionen vorstellig werden [18]. Für anaphylaxie-
bedingte Todesfälle wird eine Zahl von ein bis drei
Fällen pro Jahr pro eine Million Einwohner ge-
schätzt [19]. Aktuelle Studien aus den USA, Groß-
britannien und Australien zeigen Inzidenzen der
Anaphylaxie zwischen sieben und 50 pro 100.000
Einwohner pro Jahr und weisen auf eine Zunahme
der Anaphylaxie in den letzten Jahrzenten hin. Ins-
besondere die nahrungsmittelinduzierte Anaphy-
laxie bei Kindern und die arzneimittelinduzierte
Anaphylaxie bei Erwachsenen haben zugenommen,
jedoch ist die Mortalität gleichgeblieben [19, 20, 21].
Zahlen aus dem deutschsprachigen Anaphylaxie-
Register und auch Daten aus anderen Ländern der
Welt zeigen, dass Nahrungsmittel die häufigsten
Auslöser einer Anaphylaxie im Kindesalter sind [26].
Insektengifte sowie Arzneimittel stehen an erster
Stelle der Auslöser bei Erwachsenen in Deutschland
(Tab. 1), wobei hier international bezüglich der Rei-
henfolge Unterschiede bestehen. Im Kindesalter
sind Jungen häufiger von einer Anaphylaxie betrof-
fen als Mädchen, vermutlich bedingt durch das häu-
figere Auftreten von Nahrungsmittelallergien bei
Jungen. Eine Angleichung der Geschlechtsvertei-
lung findet sich nach der Pubertät [27].
Pathophysiologie
Ursächlich liegt der Anaphylaxie meist eine immu-
nologische Reaktion – am häufigsten als Immun-
globulin-E-vermittelte Allergie – zugrunde. IgE
aktiviert dabei über Kreuzvernetzungen von hoch
affinen IgE-Rezeptoren Mastzellen und basophile
Granulozyten, was in einer erhöhten Expression
von Oberflächenmarkern (CD63, CD203c) auf
Basophilen indirekt messbar ist. Die Symptome
anaphylaktischer Reaktionen werden insbesondere
durch Mediatoren verursacht, die vor allem aus
Mastzellen und basophilen Granulozyten freige-
setzt werden wie Histamin, Prostaglandine, Leuko-
triene (LTB4, LTC4, and LTD4), Tryptase, plätt-
chenaktivierender Faktor (PAF), Heparin, Protea-
sen, Serotonin und Zytokine [28, 29, 30, 31, 32]. Ihre
relative Bedeutung ist beim Menschen aus metho-
dischen Gründen schwer einzuschätzen und noch
immer Gegenstand aktueller Diskussion. Es besteht
allerdings Einigkeit darüber, dass Histamin an ana-
phylaktischen Reaktionen zentral beteiligt ist [28].
So kann die i. v.-Applikation von Histamin bei Ge-
sunden anaphylaktische Symptome hervorrufen [33,
34]. Weiterhin wird diskutiert, dass neben IgE, in
seltenen Fällen (z. B. Dextran), andere Antikörper-
klassen eine ähnliche Symptomatik auslösen oder
eine IgE-vermittelte Reaktion verstärken können.
Hierbei gelten die Komplementspaltprodukte C3a,
C4a und C5a (Anaphylatoxine) als besonders wich-
22
Leitlinie Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
tige Mediatoren und neben Basophilen auch Neu-
trophile und Makrophagen als relevante Effektor-
zellen, die über Immunkomplexrezeptoren (CD16,
CD32 bzw. CD64) aktiviert werden können [35, 36].
Daneben gibt es anaphylaktische Reaktionen, bei
denen keine immunologische Sensibilisierung fass-
bar ist. Diese Reaktionen werden als „pseudo-aller-
gische Reaktionen“ [35] oder als „nicht immunolo-
gische Anaphylaxie“ bezeichnet [1]. Die Mechanis-
men dieser nicht allergischen Anaphylaxie um-
fassen eine IgE-unabhängige Freisetzung vasoakti-
ver Mediatorsubstanzen eventuell über den „MAS-
related“-G-Protein-gekoppelten Rezeptor [116],
eine direkte Aktivierung des Komplementsystems,
Interaktionen mit dem Kallikrein-Kinin-System,
Interaktionen mit dem Arachidonsäurestoff wechsel
sowie psychoneurogene Reflexmechanismen. Der
Kenntnisstand über die Pathophysiologie dieser
Reaktionen ist wesentlich geringer als bei der aller-
gischen Anaphylaxie.
Bei Patient*innen mit erhöhter basaler Serum-
tryptase und/oder Mastozytose kann die Anaphy-
laxie besonders schwer verlaufen [37, 38, 39, 40, 41].
Allerdings wurden häufig, insbesondere bei Kin-
dern mit nahrungsmittelinduzierter Anaphylaxie,
auch Normalwerte für die Tryptase gemessen [42].
Eine vorangegangene Einnahme von β-Adreno-
zeptorantagonisten und ACE-Inhibitoren (angio-
tensinkonvertierendes Enzym, ACE) kann zu einer
Verstärkung der anaphylaktischen Symptome füh-
ren [27, 41, 43, 44].
Bei β-Adrenozeptorantagonisten spielen die Blo-
ckade der kardiostimulatorischen sowie der mast-
zellstabilisierenden Wirkung von Adrenalin eine
Rolle, bei den ACE-Inhibitoren ein verminderter
Bradykininabbau mit daraus resultierender ausge-
prägter Vasodilatation. Auch nach Einnahme von
Zyklooxygenase-Inhibitoren (nicht steroidale Anti-
rheumatika, NSAR) kann es durch eine vermehrte
Leukotrienbildung und durch Erleichterung der
Absorption oral zugeführter Allergene zu verstärk-
ten anaphylaktischen Reaktionen kommen.
Klinische Symptomatik
Anaphylaktische Reaktionen manifestieren sich im
Wesentlichen an Haut, Atemwegen, Gastrointesti-
naltrakt und kardiovaskulärem System. Die Ar-
beitsgruppe hat diskutiert, ob der Leitlinie eine
Schweregradeinteilung zugrunde gelegt werden soll,
da die Behandlung der Anaphylaxie symptombezo-
gen erfolgt. Eine Mehrzahl sprach sich für eine
Schweregradeinteilung aus. In der Literatur existie-
ren verschiedene Schweregradeinteilungen [7, 8, 10,
45]. Jede Schweregradeinteilung bringt Vor- und
Nachteile mit sich. Die Gruppe hat sich für eine Mo-
difikation der derzeit in Deutschland am häufigsten
eingesetzten Schweregradeinteilung entschieden,
die auch in der vorangehenden Leitlinie verwendet
wurde [5, 6]. Entsprechend der Intensität der klini-
schen Symptomatik wird demzufolge die Anaphy-
laxie in die Schweregrade von I bis IV eingeteilt
(Tab. 2).
Die Symptomatik anaphylaktischer Reaktionen
setzt meist akut ein und kann sehr rasch fortschrei-
ten. So kann es innerhalb von Minuten zu einer Ver-
stärkung der Symptome bis hin zum Schock und
Tod kommen. Die Reaktion kann jedoch auch auf
jeder Stufe spontan zum Stillstand kommen und im
Verlauf rückläufig sein. Bei einer Reaktion vom
Schweregrad I ist die weitere Entwicklung und
Dynamik der Reaktion zunächst nicht absehbar.
Die Symptome können in unterschiedlicher Weise
gleichzeitig oder nacheinander auftreten. Es kann
primär zu Kreislaufreaktionen kommen, ohne dass
zuvor kutane oder pulmonale Reaktionen auftreten.
In fünf bis 20 % der Fälle kommt es nach erfolgrei-
cher Therapie zu protrahierten oder biphasischen
Verläufen mit erneuter Symptomatik meist nach
sechs bis 24 Stunden [47, 48, 49]. Neben einer akut
einsetzenden Symptomatik unmittelbar nach Aller-
genkontakt und biphasischen Verläufen gibt es auch
primär verzögert einsetzende anaphylaktische
Reaktionen, bei denen die Symptomatik erst Stun-
den nach der Exposition beginnt. Diese besondere
Kinetik ist beispielsweise für das Allergen
Galaktose-α-1-3-Galaktose bei der Säugetierfleisch-
allergie („rotes Fleisch“) eindrucksvoll dokumen-
tiert und basiert wahrscheinlich auf einer verzöger-
ten Freisetzung oder systemischen Verfügbarkeit
der Allergene oder ihrer Bindungsstellen [50, 51, 52].
Aber auch bei der Erdnussallergie beträgt die Zeit
vom Konsum bis zum Auftreten von Symptomen
im Median 55 Minuten [53].
Zu Beginn einer Anaphylaxie können sich im
Sinne von Prodromalsymptomen leichtere Be-
schwerden bemerkbar machen wie Juckreiz bezie-
hungsweise Brennen an Handinnenflächen und
Fußsohlen oder im Genitalbereich, metallischer
Geschmack, Angstgefühle, Kopfschmerzen oder
Desorientierung. Diese Beschwerden können Klein-
Tab. 1: Häufige Auslöser schwerer anaphylaktischer Reaktionen bei
Kindern und Erwachsenen (Daten aus dem Anaphylaxie-Register,
Stand 03/2017, n = 8.046, Worm et al. 2018 [44])
Auslöser Kinder Erwachsene
Nahrungsmittel 60 % 16 %
Insektengifte 22 % 52 %
Arzneimittel 7 % 22 %
sonstige 5 % 3 %
unbekannt 7 % 6 %
23

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
kinder nicht spezifisch zum Ausdruck bringen. Bei
ihnen treten häufig als Initialsymptome noch vor
Eintritt objektiver Beschwerden Unruhe oder Rück-
zugsverhalten auf.
An Haut und Schleimhäuten zeigen sich Juckreiz,
Erythem (Flush) sowie Urtikaria und Angio-
(Quincke)-Ödeme auch an Hautarealen, die keinen
direkten Kontakt mit dem Auslöser hatten (syste-
mische Ausbreitung). Die Haut ist bei der Anaphy-
laxie am häufigsten betroffen.
An den oberen Atemwegen beschreiben Betroffene
oft als Frühzeichen ein Brennen, Kribbeln oder
Juckreiz der Zunge oder am Gaumen. Im Oropha-
rynx kann eine Schwellung der Uvula und der Zun-
ge beobachtet werden. Klinische Zeichen sind eine
kloßige Sprache, Schluckbeschwerden mit Spei-
cheln oder ein inspiratorischer Stridor. Die mögli-
che Folge eines Larynxödems kann eine innerhalb
kürzester Zeit entstehende Verlegung der oberen
Atemwege mit lebensbedrohlicher Hypoxie sein.
An der Lunge kann es besonders bei vorbestehen-
dem Asthma zur Bronchokonstriktion mit Ent-
wicklung von Dyspnoe kommen. Klinische Zeichen
sind Giemen, verlängertes Exspirium und Tachy-
dyspnoe. Die bronchiale Obstruktion ist besonders
bei Kindern und Jugendlichen das führende Symp-
tom bei lebensbedrohlichen Reaktionen. Hierbei
korreliert der Grad des Asthmas direkt mit dem
Schweregrad der anaphylaktischen Reaktion. In
unterschiedlichem Ausmaß kann auch eine Vaso-
konstriktion mit zum Teil extremer Erhöhung des
pulmonalen vaskulären Widerstandes entstehen,
bis hin zum Atemstillstand und Reanimations-
pflicht. Als Folge der Permeabilitätsstörung kann
ein Lungenödem auftreten [54, 55, 56].
Die gastrointestinalen Symptome umfassen teils
krampfartige Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbre-
chen und Diarrhö. Darüber hinaus kann es zu ver-
stärkter Darmmotorik mit Meteorismus und Stuhl-
drang bis hin zur unwillkürlichen Defäkation kom-
men. Weitere abdominale Symptome können als
Harndrang und Miktion sowie Uteruskrämpfe auf-
treten. Bei Kindern sind milde orale Symptome oder
periorale Rötungen mit Erbrechen als ausschließ-
liche Symptome einer nahrungsmittelinduzierten
Anaphylaxie möglich.
Infolge der Vasodilatation und Permeabilitätsstö-
rung kommt es zu Flüssigkeitsverlust ins Gewebe
und zu einer Hämokonzentration und intravasalen
Hypovolämie, gefolgt von arterieller Hypotension
und Tachykardie. Direkte kardiale Symptome wie
Arrhythmie oder Bradykardie sind möglich.
Zentralnervöse Symptome sind Unruhe oder
Rückzugsverhalten, Kopfschmerzen, zerebrale
Krämpfe, Bewusstseinseinschränkung und Be-
wusstlosigkeit. Bei Kindern wird häufig eine Ver-
haltensveränderung beobachtet. Sie äußert sich in
Ängstlichkeit oder teilweise auch Aggressivität.
Ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene können
ein „Gefühl drohenden Unheils“ erleben.
Tritt eine anaphylaktische Reaktion während einer
Allgemeinanästhesie auf, können Patient*innen
Tab. 2: Schweregradskala zur Klassifizierung anaphylaktischer Reaktionen (modifiziert nach [6, 46])*
Grad Haut- und subjektive
Allgemeinsymptome
Abdomen Respirationstrakt Herz-Kreislauf
I Juckreiz
Flush
Urtikaria
Angioödem
– – –
II Juckreiz
Flush
Urtikaria
Angioödem
Nausea,
Krämpfe,
Erbrechen
Rhinorrhö
Heiserkeit
Dyspnoe
Tachykardie
(Anstieg > 20/min)
Hypotension
(Abfall > 20 mmHg
systolisch)
Arrhythmie
III Juckreiz
Flush
Urtikaria
Angioödem
Erbrechen
Defäkation
Larynxödem
Bronchospasmus
Zyanose
Schock
IV Juckreiz
Flush
Urtikaria
Angioödem
Erbrechen Atemstillstand Kreislaufstillstand
*Die Klassifizierung erfolgt nach den schwersten aufgetretenen Symptomen (kein Symptom ist obligatorisch).
24
Leitlinie Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
Frühsymptome wie Juckreiz oder Unwohlsein nicht
äußern. Der Beobachtung von Erythem oder Urtika-
ria, Herz-Kreislauf-Reaktionen (Tachykardie und
Hypotonie) sowie bronchokonstriktorischen Verän-
derungen der Beatmung (Anstieg des Beatmungs-
widerstandes, verminderter exspiratorischer Fluss)
kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu [57].
Ursachen eines tödlichen Verlaufs einer Anaphy-
laxie sind insbesondere Atemwegsobstruktion und/
oder kardiovaskuläres Versagen entweder direkt am
Herz oder als Folge der Mikrozirkulationsstörung
mit Schock; selten liegt eine disseminierte intravas-
kuläre Gerinnung oder Adrenalinüberdosierung
vor [58, 59].
Allergene und Auslöser
Die häufigsten Auslöser schwerer anaphylaktischer
Reaktionen sind Arzneimittel, Insektengifte und
Nahrungsmittel. Die Rangfolge der Auslöser wird
durch verschiedene Faktoren beeinflusst, hierzu ge-
hören die Art der Erhebung, die Altersgruppe und
die geografische Region. Im deutschsprachigen
Raum werden Auslöser anaphylaktischer Reaktio-
nen seit 2006 in einem „Anaphylaxie-Register“ er-
fasst, bei dem allergologische Zentren aus dem
deutschsprachigen Raum aber auch Europa Fälle
mit schweren allergischen Reaktionen melden. Bei
Kindern sind Nahrungsmittel die häufigsten Aus-
löser schwerer anaphylaktischer Reaktionen, wäh-
rend bei Erwachsenen auch Insektengifte und
Medikamente sehr häufige Auslöser darstellen [25].
Mithilfe des Anaphylaxie-Registers können auch
sehr seltene Auslöser einer Anaphylaxie frühzeitig
identifiziert werden, zuletzt waren dies im Bereich
der Nahrungsmittel zum Beispiel Gewürze und
neue exotische Früchte [44].
Der Kontakt zum Anaphylaxie-Auslöser entsteht
am häufigsten durch orale oder parenterale/häma-
togene Zufuhr. Selten kann eine Anaphylaxie auch
aerogen oder sehr selten über die Applikation auf
der Hautoberfläche (Kontaktanaphylaxie) bei stark
Sensibilisierten ausgelöst werden [60, 61, 62]. Ana-
phylaktische Symptome können auch abhängig von
einer Kombination verschiedener Faktoren auftre-
ten, zum Beispiel Allergenexposition zusammen
mit körperlicher Belastung, als „exercise-induced
anaphylaxis (EIA)“ [63, 64], Alkohol, mentalem
oder emotionalen Stress, Infekt oder gleichzeitiger
Exposition gegen andere Allergene sowie der An-
wendung anaphylaxiebegünstigender Arzneimittel.
Dieses Phänomen wird als Augmentation oder
Summation bezeichnet. Eine häufiger vorkommende
Form ist die nahrungsmittelinduzierte anstren-
gungsgetriggerte Anaphylaxie („food-dependent-
exercise-induced anaphylaxis“, FDEIA), die am
häufigsten durch Weizen (oder Unterarten, z. B.
Dinkel, Grünkern, Emmer) ausgelöst wird [64, 65].
Risikofaktoren der schweren Anaphylaxie
Bestimmte endogene und exogene Faktoren können
das Auftreten einer schweren Anaphylaxie fördern.
Solche Risikofaktoren (Abb. 1), die unabhängig
vom Auslöser bestehen, sind hohes Lebensalter,
schwere Herz-Kreislauferkrankungen, bestehendes
und insbesondere schlecht eingestelltes Asthma
bronchiale, die Einnahme bestimmter Medikamente,
die eine Mastzellaktivierung beziehungsweise Leu-
kotrienbildung fördern (NSAR) sowie eine Masto-
zytose [44, 38, 66].
Die Evidenz für ein erhöhtes Risiko unter Medi-
kation mit β-Adrenozeptorantagonisten (-blockern)
eine schwere Anaphylaxie zu entwickeln, beruht
ursprünglich auf einer Reihe von Fallberichten und
Fallserien [67, 68, 69] sowie zwei Fallkontrollstudien
zu Anaphylaxiehäufigkeit und Schweregrad bei
Gabe von Röntgenkontrastmitteln [70, 71]. Aktuelle
Daten aus dem Europäischen Anaphylaxie-Register
bestätigen, dass die Einnahme von β-Adrenozeptor-
antagonisten mit einem erhöhten Risiko (Odds
Ratio [OR]: 1,86) für schwere Anaphylaxien assozi-
iert ist [44].
Unter Berücksichtigung der auslöserbezogenen
Untergruppen der Anaphylaxie, gibt es für die nah-
rungsmittelinduzierte Anaphylaxie Daten, die zeigen,
dass das allergische Asthma bronchiale auch hier ei-
nen wichtigen Risikofaktor darstellt [72]. Letztlich
kann auch der Auslöser selbst einen Risikofaktor
darstellen: So ist beispielsweise bekannt, dass unter
anderem die primäre Sensibilisierung gegen Erdnuss
oder Fisch als hoch potente Allergene einen Risiko-
faktor für schwere Reaktionen darstellt [73].
Diagnose und wichtige Differenzialdiagnosen
Die klinische Symptomatik der Anaphylaxie ist
nicht immer charakteristisch, sodass die Diagnose
Schwierigkeiten bereiten kann. Daher ist es wichtig,
Abb. 1: Risikofaktoren für Anaphylaxie
Risikofaktoren für anaphylaktische Reaktionen
Co-Erkrankungen andere FaktorenAugmentationfaktoren
• Körperliche Belastung
• Infektionen
• Psychischer Stress
• Medikamente*
• Alkohol
• Asthma bronchiale
• Kardiale Erkrankung
• Mastozytose
• Schilddrüsenerkrankung
• Bestimmte Allergene
(Art und Menge)
• Alter
• Männliches Geschlecht
• Grad der Sensibilisierung
• Höhe des sIgE
*Betablocker und ACE-Hemmer können den Schwergrad der Anaphylaxie verstärken.
25

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
andere akute Reaktionen von Symptomen einer
anaphylaktischen Reaktion abzugrenzen, zum Bei-
spiel andere Manifestationen von isolierter Urtika-
ria, Atemwegsobstruktion, Erbrechen, Nausea, Di-
arrhö, Unruhe, Bewusstlosigkeit, Herzrhythmus-
störungen oder Herzstillstand. Wichtige Differen-
zialdiagnosen sind in Tab. 3 aufgelistet. Nach
adäquater Akutversorgung ist es hilfreich, im Blut
Mediatoren zu bestimmen, vor allem die Serum-
tryptase – idealerweise etwa ein bis drei Stunden
nach dem Einsetzen der Anaphylaxie, falls möglich
im Vergleich zur basalen Serumtryptase. Sie kann
auch im Nachhinein – sogar post mortem – bestimmt
werden, muss aber nicht erhöht sein [66, 38, 42].
Folgende Symptome werden als charakteristische
Kriterien für eine Anaphylaxie angesehen [8]:
1. plötzliches Auftreten von Symptomen an der
Haut (z. B. akute Urtikaria, Angioödem, Flush,
Schleimhautschwellung) zusammen mit plötzli-
chen respiratorischen Symptomen (z. B. Atemnot,
Giemen, Husten, Stridor) oder plötzlichem Blut-
druckabfall beziehungsweise dessen Manifestatio-
nen (z. B. Kollaps, Herzrasen, Inkontinenz) oder
2. plötzliches Auftreten von Symptomen an zwei
oder mehr der Organsysteme Haut (z. B. akute
Urtikaria, Angioödem, Flush, Schleimhaut-
schwellung), Gastrointestinaltrakt (z. B. Bauch-
krämpfe, Erbrechen), Atemtrakt (z. B. Atemnot,
Giemen, Husten, Stridor) oder Kreislaufsystem
(z. B. Blutdruckabfall, Kollaps, Inkontinenz) nach
einem Kontakt mit einem wahrscheinlichen All-
ergen oder Anaphylaxie-Trigger oder
3. Blutdruckabfall nach Kontakt mit einem für die
betroffenen Patient*innen bekannten Allergen
oder einem anderen Anaphylaxie-Trigger.
Pharmakologie der wichtigsten Arzneimittel
in der Anaphylaxie-Behandlung
Zur spezifischen medikamentösen Therapie haben
sich die nachfolgenden Substanzen bewährt.
1. Vasoaktive Substanzen
Adrenalin: Der wichtigste Arzneistoff in der Akut-
therapie der Anaphylaxie ist Adrenalin (Epineph-
rin) [74, 75]. Adrenalin antagonisiert funktionell
über Aktivierung von α- und β-Adrenozeptoren alle
wichtigen Pathomechanismen der Anaphylaxie
durch Vasokonstriktion, Erniedrigung der Gefäß-
permeabilität, Bronchodilatation, Ödemreduktion
und positive Inotropie am Herzen. Es zeigt, wenn
intravenös oder intramuskulär verabreicht, den
schnellsten Wirkungseintritt aller Anaphylaxie-
Arzneimittel.
Bei nicht reanimationspflichtigen Patient*innen
ist die sofortige intramuskuläre Applikation einer
Dosis von 0,15 bis 0,6 mg Adrenalin in die Außen-
seite des Oberschenkels die medikamentöse Thera-
pie der ersten Wahl. Gegenüber der intravenösen
Applikation ist das Risiko schwerer kardialer
Nebenwirkungen erheblich geringer. Bei fehlender
Wirkung und in Abhängigkeit unerwünschter Wir-
kungen kann die Injektion alle fünf bis 10 Minuten
je nach klinischer Symptomatik wiederholt werden.
Die subkutane Injektion von Adrenalin wird
wegen unzureichender Resorption und damit
verbundenem verzögertem Wirkungseintritt nicht
mehr empfohlen.
Bei fehlender Stabilisierung der Symptomatik und
drohender Dekompensation von Atmung oder Kreis-
lauf sollte Adrenalin intravenös appliziert werden [76].
Hierfür wird die Verdünnung von 1 mg Adrenalin in
100 ml NaCl 0,9 %, das heißt, eine Lösung von 10 μg/
ml titrierend mit einzelnen Boli von 1 μg/kg KG unter
kontinuierlicher Kontrolle der Kreislaufparameter, in
Abhängigkeit von Wirkung und Nebenwirkungen
verabreicht. Eine Puls- und Blutdruckkontrolle ist
erforderlich (zur Adrenalindosierung bei Herz-/
Kreislaufstillstand siehe unten). Bei Patient*innen un-
ter Therapie mit β-Adrenozeptorantagonisten und
fehlendem Ansprechen auf mehrfache Gabe von
Adrenalin oder anderer vasoaktiver Stoffe (siehe
unten) wird die Gabe von Glukagon empfohlen, da es
positiv inotrop wirkt und zu einer Hochregulierung
von β-Adrenozeptoren auf der Zelloberfläche führt
[77]. Glukagon hat jedoch ausschließlich eine Wir-
kung auf die kardiale Symptomatik.
Die zusätzlich zur intramuskulären Applikation
inhalative Gabe von Adrenalin ist wirksam bei La-
rynxödem und wirkt auch bei Bronchospasmus. Hier
wird die Gabe von Adrenalin, unverdünnte Lösung
1 mg/ml (z. B. 3 bis 5 ml à 1 mg/ml), über einen Ver-
nebler mit Atemmaske/Mundstück zusammen mit
Sauerstoff empfohlen. Die inhalative Applikation von
Adrenalin kann die parenterale Gabe nicht ersetzen
und sollte immer additiv eingesetzt werden [57].
Bei überwiegender Bronchialobstruktion sind die
zusätzliche Gabe inhalativer β-Adrenozeptorago-
nisten, zum Beispiel Salbutamol in einer Dosierung
von initial zwei, bei ausbleibender Wirkung von vier
bis acht Hüben oder subkutan Terbutalin, wirksam.
Die Effektivität der Inhalation eines Dosieraerosols
sollte, wenn möglich, durch Anwendung eines „Spa-
cers“ für jüngere Kinder gegebenenfalls mit Maske
erhöht werden.
Früher wurde bei Hypotonie in der Schwanger-
schaft vereinzelt statt Adrenalin die Gabe von Ephe-
drin empfohlen. Die Datenlage ist für Ephedrin
jedoch noch unzureichender als für Adrenalin, so-
dass wir in Übereinstimmung mit anderen Autoren
auch bei Anaphylaxie in der Schwangerschaft die
Gabe von Adrenalin empfehlen [78].
Auch bei adäquater Gabe von Adrenalin können
ein Therapieversagen oder unerwünschte Wirkun-
gen beobachtet werden. Die Erhöhung des Herz-
26
Leitlinie Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
minutenvolumens führt zu erhöhtem Sauerstoff-
verbrauch, was bis zu Herzmuskelnekrosen führen
kann. Auch kann Adrenalin arrhythmogen wirken,
sodass bei vorbestehender koronarer Herzkrankheit
insbesondere durch intravenöse Gabe von Adrena-
lin Angina pectoris oder ein Myokardinfarkt aus-
gelöst werden können. Bei schwerer lebensbedroh-
licher Anaphylaxie gibt es keine absolute Kontra-
indikation für Adrenalin, jedoch sollte die Indika-
tion in Fällen mit vorbestehender Herzerkrankung
geprüft werden. Beim asystolen Kreislaufstillstand
beziehungsweise pulsloser elektrischer Aktivität im
EKG wird bei Erwachsenen 1 mg Adrenalin i. v. oder
bei Kindern 0,01 mg/kg alle drei bis 5 Minuten ge-
geben [101, 102].
1.1. Andere vasoaktive Substanzen
Dopamin, Noradrenalin sowie Vasopressin werden
in bedrohlichen Situationen von Notärzten und
unter intensivmedizinischen Bedingungen mit
Monitorkontrolle eingesetzt.
Dopamin: Dopamin, das auf α- und β-Adreno-
rezeptoren wirkt und eine kurze Halbwertszeit be-
sitzt [79, 80] wird heute in der deutschen Notfall-
und Intensivmedizin nicht mehr genutzt, da es re-
gelmäßig unerwünschte Tachykardien auslöst und
hinsichtlich Blutdruckstabilisierung wesentlich
wirkungsschwächer als Adrenalin oder Noradrena-
lin ist, die man ihrerseits gut mit Spritzenpumpen
titrieren kann.
Noradrenalin: Noradrenalin ist ein hoch potenter
α- und etwas weniger potenter β
1
-Adrenozeptor-
agonist und hat im Vergleich zu Adrenalin eine
niedrigere stimulatorische Potenz am β
2
-Adreno-
zeptor, sodass in therapeutischer Dosierung die
bronchodilatatorische Wirkung geringer ist. Daher
überwiegt eine Zunahme des peripheren Wider-
stands und systolischen Blutdrucks. Die Wirkung
auf die Lunge ist gering. Noradrenalin wird insbe-
sondere bei ungenügender Wirkung von Volumen-
zufuhr und Adrenalin eingesetzt [81, 75]. Wegen
seiner ausgeprägten vasokonstriktorischen Wir-
kung soll es ausschließlich als intravenöse Dauer-
infusion unter striktem Blutdruck- und Pulsmoni-
toring verabreicht werden. Die Dosierung beträgt
0,02 bis 0,15 μg/kg/Minute.
Vasopressin: Von Anästhesisten wird zur Behand-
lung von schwerer Hypotonie auch der Einsatz von
Vasopressin beschrieben [82].
Im Falle von volumen- und katecholaminrefrak-
tären Schockzuständen gibt es Einzelberichte zum
erfolgreichen Einsatz von Vasopressin. Es handelt
sich hierbei um keine evidenzbasierte Therapie; sie
obliegt verzweifelten Situationen mit persistieren-
dem Schock bei ausgereizter Therapie mit Volumen
und den gängigen Katecholaminen. Ein Effekt auf
Mortalität oder Dauer des Intensivaufenthalts
konnte für Kinder nicht gezeigt werden. Die Dosie-
rung beträgt 0,01 bis 0,03 IE/min (Internationale
Einheiten pro Minute).
2. Sauerstoff
Bei manifesten kardiovaskulären oder pulmonalen
Reaktionen empfiehlt sich die sofortige Applikation
von Sauerstoff über die Atemmaske insbesondere mit
Reservoirbeutel. Die Gabe von 100 % Sauerstoff mit
hohem Fluss wird empfohlen. Eine Larynxmaske oder
ein Larynxtubus können hilfreich sein. Nur in selte-
nen Fällen wird eine endotracheale Intubation durch
eine darin erfahrene Person (zumeist Notarzt*in,
Tab. 3: Wichtige Differenzialdiagnosen der Anaphylaxie
Kardiovaskuläre Erkrankungen
vasovagale Synkope
kardiogener Schock
Herzrhythmusstörungen
hypertone Krise
Lungenembolie
Herzinfarkt
hämorrhagischer Schock
Aortendissektion
Spannungspneumothorax
Endokrinologische Erkrankungen
Karzinoid-Syndrom
Phäochromozytom
Thyreotoxische Krise
Hypoglykämie
Neuropsychiatrische Erkrankungen
Hyperventilationssyndrom
Angst- und Panikstörungen
dissoziative Störungen und Konversion (z. B. Globus hystericus)
Psychosen
Artefakte (Münchhausen-Syndrom)
Somatoforme Störungen (z. B. psychogene Atemnot, „vocal cord dysfunction“)
Epilepsie
Koma, z. B. metabolisch, traumatisch
Atemwegserkrankungen
Status asthmaticus (ohne Beteiligung weiterer Organe)
akute stenosierende Laryngo-Tracheitis (Krupp-Anfall)
tracheale/bronchiale Obstruktion (z. B. Fremdkörper)
Hauterkrankungen*
Urtikariaerkrankungen
hereditäres/erworbenes angioneurotisches Ödem
Pharmakologisch/toxische Reaktionen
Ethanol
Histaminose, z. B. bei Fischvergiftung (Scombroid)
Opiate (Morphin)
Hoigné-Syndrom
*Bei physikalischen Urtikariaformen kann intensive Einwirkung des jeweiligen Auslösers zu Anaphylaxie
führen.
27

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
Anästhesist*in) notwendig werden [57]. Insbesondere
wird hier auf die S1-Leitlinien zum präklinischen
Atemwegsmanagement verwiesen, welche einen Algo-
rithmus präsentieren, der sowohl die Indikation als
auch die Durchführung eines invasiven präklinischen
Atemwegsmanagements erläutert (Abb. 2) [57].
3. Volumengabe
Ein wichtiger pathophysiologischer Aspekt der Ana-
phylaxie ist die resultierende relative Hypovolämie,
die durch Vasodilatation und Kapillar-Leakage verur-
sacht wird [83]. Damit wird klar, dass eine Volumen-
therapie die entscheidende ursächliche mastzellstabi-
lisierende und vasokonstriktorische Adrenalinthera-
pie lediglich flankieren kann [84, 85, 86]. Dies ist nur
über großlumige intravenöse Zugänge zu erreichen.
Ist ein intravenöser Zugang nicht herzustellen, muss
ein intraossärer Zugang gelegt werden. Der anaphy-
laktische Schock erfordert innerhalb kurzer Zeit bei
Erwachsenen eine Zufuhr von ein bis drei Liter balan-
cierter Vollelektrolytlösung, je nach Ansprechen. Im
Kindesalter erfolgt die initiale Gabe von 20 ml/kg KG
aus der Hand so schnell wie möglich. Nach Reevalu-
ation erfolgen weitere Bolusgaben à 20 ml/kg KG bis
zur hämodynamischen Stabilisierung.
Gelatine- und Dextranlösungen sollten – trotz
positiver hämodynamischer Eigenschaften – wegen
ihrer histaminliberierenden Potenzbeziehungsweise
der Möglichkeit, selbst Anaphylaxien auszulösen
(z. B. bei Dextran ohne Vorbehandlung mit nieder-
molekularem Dextranhapten) in der Therapie der
Anaphylaxie nicht verwendet werden.
Hydroxyethylstärke(HES)-Präparate sind nach
neuester Bewertung durch die Europäische Arznei-
mittel-Agentur (EMA) bei kritisch Kranken kontra-
indiziert [87, 88, 89]. Aufgrund fehlender Literatur
ist die Leitliniengruppe eher zurückhaltend mit
Empfehlungen.
4. Antihistaminika (Histamin-H
1
-Rezeptor-
antagonisten)
Die zentrale Rolle von Histamin als Mediator aller-
gischer Reaktionen und die Wirkung von H
1
-Anti-
histaminika bei akuter Urtikaria oder Rhinokon-
junktivitis sind unbestritten, deren Wirkungen auf
den Kreislauf und die Bronchokonstriktion sind je-
doch nicht belegt [90]. Antihistaminika haben einen
langsameren Wirkungseintritt im Vergleich zu Ad-
renalin, besitzen aber ein günstiges Nutzen-Neben-
wirkungsprofil und eine große therapeutische Breite.
Eine Wirkung auf die allergische Reaktion ist anzu-
nehmen. Darum sollten sie bei allen anaphylakti-
schen Reaktionen zur Antagonisierung der Hista-
minwirkung bereits im Anfangsstadium nach Stabi-
lisierung der Vitalfunktionen gegeben werden. Kei-
nesfalls dürfen lebensrettende Sofortmaßnahmen,
wie intramuskuläre Adrenalingabe, Sauerstoffappli-
kation oder die Volumensubstitution durch die Gabe
von Antihistaminika verzögert werden!
Zur intravenösen Applikation in der Akuttherapie
der Anaphylaxie sind nur die Histamin-H
1
-Antago-
nisten der ersten Generation Dimetinden (0,1 mg/kg
KG) und Clemastin (0,05 mg/kg KG) mit den be-
kannten sedierenden Nebenwirkungen verfügbar. In
höheren Dosierungen können Antihistaminika je-
doch antimuskarinerge Wirkungen, wie Tachykar-
die, Mundtrockenheit, Darmatonie, Harnverhalt,
Augeninnendruckerhöhung bis hin zum Glaukom-
anfall sowie paradoxe Erregungszustände auslösen
[91]. Auf diese Symptome ist daher zu achten.
Die Histamin-H
1
-Antagonisten der zweiten Gene-
ration sind zur Therapie der Anaphylaxie noch nicht
zugelassen und stehen nicht zur intravenösen Injek-
tion zur Verfügung. Dennoch werden zur oralen
Notfalltherapie häufig die neueren selektiveren His-
tamin-H
1
-Antagonisten empfohlen, die in placebo-
kontrollierten Hautteststudien einen schnellen Wir-
kungseintritt zeigten [90]. Bei der oralen Antihista-
minika-Gabe wird offiziell primär die maximal zu-
gelassene Dosis empfohlen. Die Expertengruppe ist
sich jedoch einig, dass in Einzelfällen auch erhöhte
Dosen (bis maximal der vierfachen Dosis der jewei-
lig zugelassenen Einzeldosis) gegeben werden kön-
nen, wie das für die Behandlung der chronischen
Urtikaria empfohlen wurde [92]. Weitere Studien mit
neueren Histamin-H
1
-Antagonisten zur Therapie der
Anaphylaxie sind dringend zu fordern. Dabei wären
insbesondere intravenöse Präparate moderner nicht
sedierender H
1
-Antihistaminika wünschenswert.
Zur Wirksamkeit von Histamin-H
2
-Rezeptoran-
tagonisten in der Therapie akuter anaphylaktischer
Reaktionen gibt es wenig Evidenz. Eine Studie
berichtet über eine Reduktion kutaner Symptome
nach zusätzlicher Verabreichung von Ranitidin
gegenüber der alleinigen Gabe eines H
1
-Rezeptor-
antagonisten in der Therapie allergischer Reaktio-
nen [93]. Die Prävention von Überempfindlichkeits-
reaktionen durch Zugabe von H
2
-Rezeptorantago-
nisten ist etwas besser belegt, wobei der Effekt nicht
getrennt von anderen Arzneistoffen untersucht
wurde [94, 95]. Zu anaphylaktischen Reaktionen
durch Ranitidin finden sich Fallberichte in der
Literatur [96]. Die kombinierte Gabe von Histamin-
H1- und -H
2
-Rezeptorantagonisten kann versucht
werden [97].
5. Glukokortikoide
Glukokortikoide spielen aufgrund des langsamen
Eintritts ihrer Wirkung in der akuten Phase einer
anaphylaktischen Reaktion therapeutisch eine unter-
geordnete Rolle [98]. Zu ihrer Anwendung in dieser
Indikation liegen keine systematischen klinischen
Studien vor. Glukokortikoide sind aber effektiv bei
Behandlung von Asthma. Eine unspezifische mem-
28
Leitlinie Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
branstabilisierende Wirkung innerhalb von 10 bis 30
Minuten nach Zufuhr hoher Glukokortikoiddosen
(bei Erwachsenen 500 bis 1.000 mg unabhängig von
der Potenz der Substanz) wurde in Übersichtsarti-
keln postuliert [4, 98, 99]. Bei fehlendem intravenö-
sem Zugang können Glukokortikoide besonders bei
Kleinkindern oral als Saft oder rektal (z. B. Predni-
solon-Zäpfchen oder als Rektiole) appliziert werden.
Die empfohlene Dosis liegt hier bei 2 mg/kg.
Bei langer Ansprechzeit und unklarer Evidenz
sollte die Therapie mit Glukokortikoiden nur nach
Stabilisierung der Vitalfunktionen und lebensret-
tenden Sofortmaßnahmen wieSauerstoffapplikation,
intramuskulärer Adrenalingabe oder Volumensub-
stitution erfolgen!
Praktische Umsetzung der Therapie
Für die Notfalltherapie der Anaphylaxie ist wichtig,
dass sie zeitnah und symptomgerecht erfolgt. Ein
Schema, welches die Therapie für Ärzt*innen und
Notfallteam abbildet, wurde bereits publiziert und
im Rahmen dieser Leitlinie aktualisiert und ange-
passt (Abb. 3) [100].
Je nach Umfeld gestaltet sich die Akutbehandlung
der Anaphylaxie – abhängig von den vorhandenen
Möglichkeiten – unterschiedlich. Diese Leitlinie geht
vorwiegend auf die Situation in ärztlicher Praxis oder
Klinik ein.
In einem eigenen Teil werden die Maßnahmen
zum „Selbstmanagement“ behandelt, die von Be-
troffenen oder Angehörigen außerhalb von Praxis
und Klinik durchgeführt werden.
Kurz wird auch auf die Situation unter intensiv-
medizinischen Bedingungen eingegangen. Für die
schwersten Reaktionen (Grad IV) mit Herz- und/
oder Atemstillstand erfolgt die sachgerechte Reani-
mation nach den aktuellen Leitlinien [76, 101, 102,
103 Deutscher Rat für Wiederbelebung].
Ebenso wird auf die Besonderheiten der Anaphy-
laxie-Behandlung im Kindesalter extra eingegangen.
Allgemeine Aspekte und Maßnahmen
1. Wann und wie sollte die Allergenzufuhr
unterbrochen werden?
Bei einer Anaphylaxie sollte zunächst geprüft werden,
ob ein Stopp einer weiteren Allergenexposition mög-
lich ist. In besonderen Situationen (z. B. Infusionen)
ist dies ohne größeren Zeitaufwand möglich und hat
umgehend zu erfolgen. Das Abbinden einer Extremi-
tät und/oder die subkutane Umspritzung eines loka-
len Allergendepots (z. B. Wespenstich oder Injektions-
stelle einer spezifischen Immuntherapie) mit Adre-
Abb. 2: Prähospitales Atemwegsmanagement – Algorithmus (nach [57]);
EGA, epiglottic airway; ETI, endotracheale Intubation
Respiratorische Insuffizienz
Invasive
Maßnahmen
notwendig?
Algorithmus
Bolusgeschehen 
Bolus?
Nein
Nein
erfolglos
nicht bei
Kindern
EGA (≤2 Vers.)
Kinder: Larynxmaske 
Video-ETI (≤2 Vers.)
Maskenbeatmung 
Maskenbeatmung
Präoxygenierung*
Auswahl
Anästh.-Verfahren
Kinder: Rachentubus
Koniotomie
O
2 
-Gabe
ggf. Atemwege öffnen
ggf. Atemwegshilfen
ggf. nichtinvasive
Ventilation
bei Stridor/Spastik:
Verneblung von
Salbutamol/Adrenalin
Narkose
notwendig?
Erfolgsaussicht
Intubation?
Beatmungskontrolle
Pulsoxymetrie und Kapnographie
Atmungskontrolle
Pulsoxymetrie, ggf. Kapnographie
*bei ausreichender Spontanatmung;
EGA, extraglottische Atemwegshilfe; ETI, endotracheale Intubation
Nein 
Ja
Ja
Ja
erfolgreicherfolgreicherfolgreicherfolgreich
29

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
Abb. 3: Akutmaßnahmen je nach Hauptsymptomatik
Allergenzufuhr stoppen
Hilfe anfordern
Anaphylaxie
Basisuntersuchung
Symptomorientierte Lagerung
Dimetinden i.v.
Kortikosteroid i.v.
Basisuntersuchung
Überwachung
Rezept Notfallset zur Soforthilfe, Demonstration Adrenalin-Autoinjektor
Abklärung und Beratung durch Allergologen veranlassen
Adrenalin i.m.
Sauerstoff inh.
Adrenalin inh. 
β 
2
-Sympatho-
mimetikum inh.
Kardiopulmonale
Reanimation
Automatischer
Defibrillator
Zugang i.v./i. ossär
Adrenalin
i.v./i. ossär
Atemwegs-
sicherung
Sauerstoff inh.
Forcierte Volumensubstitution i.v./i. ossär
Zugang i.v.
Schweregrade der Anaphylaxie modifiziert nach Ring/Meßmer
Grad der Bedrohlichkeit und das Leitssymptom der Anaphylaxie identifizieren
Leitsymptom der Anaphylaxie identifizieren und die Notwendigkeit der Änderung der Therapie prüfen
Grad IV
Herz-Kreislauf-
stillstand
Therapieergänzung
Anderes führendes
Leitsymptom
Therapieeskalation
Persistierender Schock,
Bewusstlosigkeit
Adrenalin i.v./i. ossär
(oder i.m.)
Therapieeskalation
Persistierendes
Larynxödem
Persistierende Übelkeit,
Koliken, Erbrechen
Ggf. Koniotomie
Therapieeskalation
Persistierende
bronchiale Obstruktion
Adrenalin i.m./i.v.
β2-Sympatho-
mimetika s.c./i.v.
Ggf. Atemwegs-
sicherung
(mit Narkose)
Therapieeskalation
Gleiche rückläufige
Symptomatik
Keine Eskalation
Ggf. Nauseatika/
Spasmolytika i.v.
Ggf. andere
Katecholamine
i.v./i. ossär
Wähle zutreffendes
Leitsymptom der
initialen Therapie-
ebene und ergänze
spezifische, bislang
nicht durchgeführte
Maßnahmen
Grad II oder III
Hypotension, Schock,
Bewusstlosigkeit
Grad II oder III
Dysphonie,
Uvulaschwellung,
inspirator. Stridor
Grad II oder III
Dyspnoe,
bronchiale Obstruktion
Grad II oder III
Übelkeit, Koliken,
Erbrechen
Grad I
Pruritus, Flush,
Urtikaria, Angioödeme
Entlassung
30
Leitlinie Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
nalin wird nicht empfohlen, da dies von zweifelhaf-
tem therapeutischem Nutzen ist und das Risiko birgt,
von wichtigen Maßnahmen abzulenken.
2. Sollte Hilfe angefordert werden?
Wenn möglich, ist weitere Hilfe anzufordern, um die
Voraussetzungen für eine ausreichende medizinische
Versorgung zu schaffen. Jede/r Ärzt*in in der Praxis
sollte eine Notfallausrüstung zur Behandlung ana-
phylaktischer Reaktionen vorrätig haben (Tab. 4).
Eine Arbeit im regelmäßig trainierten Team mit der
Möglichkeit der Arbeitsteilung ist anzustreben. Bei
schwerwiegenden anaphylaktischen Reaktionen ist
der Notarzt- und Rettungsdienst (in D und A: Tel.
112, in der CH: Tel. 144) zu alarmieren.
3. Wie sollen die Symptomatik und die
Beschwerden erfasst werden?
Zunächst sind eine kurze Anamnese und eine
Basisuntersuchung durchzuführen. Dies beinhaltet
folgende Schritte, die in der „5-Sekunden-Runde“
plakativ zusammengefasst sind (Tab. 5 nach „Pyra-
midenprozess“, Ärztliche Leiter Rettungsdienst
Deutschland, www.aelrd.de).
Alarmwerte von Vitalparametern sind in Tab. 6
angegeben. Diese Untersuchungen sollten im Ver-
lauf regelmäßig wiederholt werden.
Jüngere Kinder können initial oft auf dem Arm
der Eltern untersucht werden. Ziel ist zunächst die
Beruhigung des Kindes und der Eltern, um eine
adäquate Untersuchungs- und Behandlungsatmo-
sphäre zu schaffen. Bei unruhigen Kleinkindern
sind die Untersuchung der Mundhöhle und die
Auskultation oft schwierig beziehungsweise nicht
durchführbar. Irritationen mit dem Mundspatel
können eine obere Atemwegsobstruktion verstär-
ken und sind zu vermeiden. In diesem Fall sollte
neben allgemeinen Dyspnoezeichen, wie Einzie-
hungen von Thorax oder Nasenflügeln, auf klini-
sche Zeichen einer oberen Atemwegsobstruktion
mit inspiratorischem Stridor oder Speicheln sowie
einer unteren Atemwegsobstruktion mit verlänger-
tem Exspirium und exspiratorischem Stridor oder
Giemen geachtet werden.
4. Wie sollte der Schweregrad beurteilt werden?
Aufbauend auf dieser Untersuchung sollten der
Grad der Bedrohlichkeit der Anaphylaxie und das
bedrohlichste, führende Symptom der Anaphylaxie
identifiziert werden. Das vital bedrohlichste Symp-
tom der Anaphylaxie sollte zuerst therapeutisch an-
gegangen werden. Dies führt zu den häufigsten
sechs Szenarien (Abb. 3):
1. Anaphylaxie mit Herz-Kreislauf-Versagen
(Anaphylaxie Grad IV),
2. Anaphylaxie mit führender Herz-Kreislauf-
Reaktion (Anaphylaxie Grad II/III),
Tab. 4: Notfallausstattung zur Behandlung anaphylaktischer
Reaktionen in der Praxis
Stethoskop
Blutdruckmessgerät
Pulsoxymeter, evtl. Blutzuckermessgerät
Stauschlauch, Venenverweilkanülen (in verschiedenen Größen), Spritzen,
Infusionsbesteck, Pflaster zur Fixierung der Kanülen
Sauerstoff und Verneblerset mit Sauerstoffmaske (verschiedene Größen)
Beatmungsbeutel mit Masken (verschiedene Größen)
Absaugvorrichtung
ggf. Guedel-Tubus
Volumen (z. B. balancierte Vollelektrolytlösung)
Arzneistoffe zur Injektion: Adrenalin, Glukokortikoid, H
1
-Rezeptorantagonist
kurzwirksamer ß
2
-Adrenozeptoragonist, z. B. Salbutamol zur Inhalation (bevorzugt als
Inhalationslösung zur Anwendung über Verneblerset mit Maske, ggf. alternativ als
Dosieraerosol mit Inhalierhilfe/Spacer/Maske, Autohaler o. ä.)
automatisierter externer Defibrillator
Tab. 5: 5-Sekunden-Runde zur schnellen Prüfung der Vitalparameter
(nach „Pyramidenprozess“, Ärztliche Leiter Rettungsdienst
Deutschland (www.aelrd.de)
5-Sekunden-Runde Prüfung von Lebenszeichen (spontane Bewegung)
A – Atemwege kloßige Sprache, geschwollene Zunge
B – Belüftung Beurteilung der Atmung (Sprechdyspnoe, Stridor, Giemen;
optional: Auskultation, Pulsoximetrie
C – Circulation Beurteilung von Rekap-Zeit (vorzugsweise an Stirn oder
Sternum), Puls (Stärke, Frequenz, Regelmäßigkeit) und Blutdruck
D – Disability Bewusstsein, Blutzuckermessung
E – Exposure Inspektion leicht einsehbarer Hautareale sowie der Schleim-
häute, Erfragen weiterer Beschwerden (z. B. Übelkeit, Brechreiz,
Kopfschmerzen, thorakales Druckgefühl, Sehstörung, Pruritus).
Secondary Survey AMPLE-Schema:
bekannte Allergien, mögliche Auslöser der akuten Reaktion,
Risikofaktoren (Asthma, andere Vorerkrankungen),
Medikation
Patientenvorgeschichte
Letzte Mahlzeit
Ereignisse
Tab. 6: Alarmgrenzen für Vitalwerte*
Alarmgrenzen in
Abhängigkeit vom
Alter
bis 1 Jahr 1–5 Jahre 6–14 Jahre > 14 Jahre
Herzfrequenz (/min) > 160 > 130 > 120 > 110
Blutdruck (systolisch, mmHg) < 50 < 60 < 60 < 70
Atemfrequenz (/min) > 40 > 35 > 30 > 25
Sauerstoffsättigung (%) < 92 < 92 < 92 < 92
*Diese Werte sind aufgrund hoher individueller Schwankungen der Ausgangswerte nur als orientierende
Anhaltspunkte zu verstehen. Studiendaten hierzu fehlen.
31

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
3. Anaphylaxie mit führender Obstruktion der
oberen Atemwege (Anaphylaxie Grad II/III),
4. Anaphylaxie mit führender Obstruktion der
unteren Atemwege (Anaphylaxie Grad II/III),
5. Anaphylaxie mit führender gastrointestinaler
Beteiligung (Anaphylaxie Grad II),
6. Anaphylaxie mit systemisch vermittelter, gene-
ralisierter Hautmanifestation und subjektiven
Symptomen (Anaphylaxie Grad I).
5. Wie sollte die Lagerung vorgenommen
werden?
Als Sofortmaßnahme nach Untersuchung ist eine
symptomorientierte Lagerung der Betroffenen vor-
zunehmen. Eine Flachlagerung und die Vermeidung
abrupter Lageveränderungen (Aufsitzen, Aufstehen)
oder weiterer körperlicher Anstrengung (Laufen,
Rennen) stellen die Grundstrategie dar. Situations-
abhängig kann die Lagerung variiert werden. Auf-
richtung und körperliche Anstrengung (Laufen, Ren-
nen) sind wegen der Gefahr einer abrupten Volumen-
verlagerung „venöses Versacken“ oder Aggravation
der Anaphylaxie (Kofaktor) zu vermeiden. Bei einge-
schränkter Bewusstseinslage und intaktem Kreislauf,
insbesondere in präklinischer Situation, ist die
stabile Seitenlage unter kontinuierlicher gegebenen-
falls klinischer Überwachung der Atmungsfunktion
anzuwenden. Zur Verbesserung der hämodynami-
schen Situation kann eine Trendelenburg-Lagerung
(Beine hoch) durchgeführt werden. Bei Situationen
mit führender Atemnot ist eine (halb-)sitzende Posi-
tion zu bevorzugen. Bei der Therapie von Kindern ist
darauf zu achten, mit der Lagerung keinen Zwang
auszuüben, um die Angst der Kinder nicht zusätzlich
zu erhöhen.
6. Wie sollte eine Anaphylaxie mit Herz-
Kreislauf-Stillstand behandelt werden?
Eine kardiopulmonale Reanimation mit Thorax-
kompressionen und Beatmung im Verhältnis von
30 : 2 bei Erwachsenen ist zu beginnen. Bei Kindern
wird analog den aktuell gültigen Reanimations-
(ERC-)Leitlinien mit fünf initialen Beatmungen be-
gonnen, gefolgt von 15 Thoraxkompressionen und
jeweils zwei Beatmungen. Ein automatischer Defi-
brillator ist anzulegen und im Fall eines Kammer-
flimmerns ist eine Früh-Defibrillation durchzufüh-
ren. Für die weitere medikamentöse Therapie ist ein
intravenöser oder ersatzweise ein intraossärer Zu-
gang erforderlich. Intravenös oder intraossär verab-
reichtes Adrenalin in einer Dosierung von 1 mg bei
Erwachsenen oder 0,01 mg/kg ist Arzneistoff der
ersten Wahl und wird alle drei bis fünf Minuten bis
zum Wiedererlangen eines Spontankreislaufs gege-
ben [101, 102]. Für eine suffiziente Oxygenierung ist
in der Erstversorgung zumeist eine Beutel-Masken-
beatmung mit Reservoir und 100 % Sauerstoff aus-
reichend. Sollten bei Problemen mit der Maskenbe-
atmung Maßnahmen zur Optimierung (Kopfposi-
tion, Guedel-Tubus, 2-Personen-Technik) nicht er-
folgreich sein, sollten supraglottische Atemwegshil-
fen verwendet werden. Hier können in allen Alters-
stufen eine Larynxmaske oder ein Larynxtubus
zum Einsatz kommen. Alternativ kann im Klein-
kindesalter ein Rachentubus zum Einsatz kommen.
Hierbei wird über einen nasal eingeführten Tubus
(Tubuslänge: Nasenspitze – Ohrtragus) unter Zu-
halten des Mundes und des anderen Nasenlochs
eine Beatmung induziert. Eine endgültige Atem-
wegssicherung stellt die endotracheale Intubation
dar. Diese kann auch primär bei geeigneter Erfah-
rung erfolgen. Es konnte für alle Altersstufen ge-
zeigt werden, dass eine endotracheale Intubation
nur von in der Intubation erfahrenen Personen
durchgeführt werden sollte [103, 57].
Für eine erfolgreiche Reanimation ist es erforder-
lich, entsprechend der Pathophysiologie der Ana-
phylaxie, den zugrundeliegenden Volumenmangel
mittels forcierter Volumensubstitution auszuglei-
chen. Eine sofortige Verlegung und Therapie auf
eine/r Intensivstation sind anzustreben.
7. Wie sollte eine Anaphylaxie mit dem
führenden Symptom Herz-Kreislauf-Reaktion
behandelt werden?
Als Sofortmaßnahme ist hier die (gewichtsadaptierte)
intramuskuläre Injektion von Adrenalin zu empfeh-
len, dies gilt insbesondere, wenn noch kein intra-
venöser Zugang besteht (Abb. 3, Tab. 7). Die in der
Laientherapie etablierten Adrenalin-Autoinjektoren
können wegen ihrer sehr schnellen Anwendbarkeit in
diesen Situationen von Vorteil sein. Die standardi-
sierten Dosen der Autoinjektoren von 0,15 mg, 0,3 mg
beziehungsweise 0,5 mg stellen praktikable Einzel-
dosen der Applikation dar. Bei nicht ausreichendem
Ansprechen kann nach circa fünf bis zehn Minuten
die intramuskuläre Injektion wiederholt werden.
Die Gabe von Sauerstoff mit dem Ziel der Anrei-
cherung des inspiratorischen Sauerstoffanteils
(FiO
2
) auf > 0,5 ist zu empfehlen. Dies lässt sich mit
Sauerstoffatemmasken mit Reservoir erreichen.
Nasensonden heben den FiO
2 
nur ungenügend an.
Bei allen Formen der Bewusstseinsstörung muss
ständig mit Erbrechen der Betroffenen gerechnet
werden. Dies ist bei der Lagerung zu berücksichti-
gen. Mittels Esmarch-Handgriff ist der Mund zu
öffnen und die Mundhöhle auf Erbrochenes oder
Fremdkörper (Prothesen) zu inspizieren und gege-
benenfalls abzusaugen. Eine einsatzbereite Absaug-
einheit ist sinnvoll.
Für die weitere Therapie ist ein intravenöser Zu-
gang erforderlich (Tab. 7). Sollte es nicht gelingen
ihn zu legen, ist die Anlage eines intraossären Zu-
gangs indiziert. Zentrales Therapieziel ist der Aus-
32
Leitlinie Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
gleich eines relativen Volumenmangels. Hierfür ist
eine forcierte Volumensubstitution mit einer kris-
talloiden Infusionslösung (z. B. balancierte Voll-
elektrolytlösung) als Volumenbolus über fünf
Minuten erforderlich. Beim Erwachsenen werden
500 bis 1.000 ml verabreicht, in der Pädiatrie
beträgt der Volumenbolus initial 20 ml/kg. Eine
derartige Flussleistung erfordert eine großlumige
Venenverweilkanüle (≥ 18 Gauge) oder mehrere
Zugänge.
Bei persistierenden oder bedrohlichen Schock-
zuständen ist die fraktionierte intravenöse/intra-
ossäre oder intramuskuläre Gabe von Adrenalin
oder auch als Dauertropfinfusion indiziert. Anti-
allergische Arzneimittel wie Antihistaminika
oder Glukokortikoide sind nach Stabilisierung der
Vitalfunktionen und Applikation von Adrenalin
i. m. hochdosiert (cave antimuskarinerge Neben-
wirkungen sedierender Antihistaminika!) einzu-
setzen (Tab. 7). Eine Überwachungsmöglichkeit
mit kontinuierlichem Blutdruck- und Pulsmoni-
toring ist in diesen Situationen dringlich ange-
zeigt. Bei entsprechenden notfallmedizinischen
Kenntnissen können weitere sympathikomimeti-
sche Wirkstoffe wie Noradrenalin zugegeben oder
eine kontinuierliche Dauerinfusion über Pumpen-
systeme unter Monitorkontrolle eingesetzt wer-
den.
8. Wie sollte eine Anaphylaxie mit dem
führenden Symptom Obstruktion im Bereich der
oberen Atemwege behandelt werden?
Kennzeichnend hierfür ist eine klinisch fassbare
Schwellung im Bereich der oberen Atemwege. Dies
kann an einer Zungen- oder Uvulaschwellung, an
einer Dysphonie oder einem inspiratorischen Stri-
dor erkennbar sein. Diese Situationen können
durch eine Verlegung des Kehlkopfeingangs le-
bensbedrohlich werden. Als Sofortmaßnahme
werden auch in diesen Situationen die intramus-
kuläre Injektion von Adrenalin und die Sauerstoff-
gabe empfohlen (Abb. 3). Die inhalative Applika-
Tab. 7: Pharmakotherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter Intensivbedingungen
Wirkstoff Indikation Applikationsweg Dosis < 15 kg KG 15 – 30 kg KG > 30–60 kg KG > 60 kg KG
oder
Erwachsene
Adrenalin 1 : 10.000
1
(1 mg/10ml)
Kreislaufstillstand/
Reanimation
i. v./i. o. 10 μg/kg 0,1 ml/kg KG 0,1 ml/kg KG 0,1 ml/kg KG 1 mg
Adrenalin 1 : 1.000
2
(1 mg/ml)
Respiratorische Symptome
Schock
intramuskulär 10 μg/kg 0,05–0,1 ml 0,15–0,3 ml 0,3–0,6 ml 0,3–0,6 mg
Adrenalin 1 : 10.000
1
(1 mg/10ml)
bei schwerem Schock
(wenn i. m. nicht möglich)
titrierend i. v./i. o. 1 μg/kg 0,01 ml/kg
KG
0,01 ml/kg
KG
0,01 ml/kg KG 0,1–0,6 mg
Adrenalin Dauerinfusion 0,05 – 1,0 μg/
kg/min
0,05–1,0 μg/
kg/min
0,05–1,0 μg/
kg/min
0,05–1,0 μg/
kg/min
Adrenalin 1 : 1.000
(1 mg/ml)
inhalativ über
Vernebler
3 ml
2 
4 ml
2 
5 ml
2 
5 ml²
Dimetinden intravenös 0,1 mg/kg 1 ml
3 
2 – 3 ml
3 
4 ml
3 
8 ml³ oder
1 ml/10 kg KG
Prednisolon intravenös 2 mg/ml 25 mg 50 mg 100 mg 250–1.000
mg
Salbutamol
Terbutalin
inhalativ 4–8 Hübe DA
per Spacer
4–8 Hübe DA
per Spacer
4–8 Hübe DA
per Spacer
2–4 Hübe DA
per Spacer
Reproterol
4 
Dauerinfusion 0,1 μg/kg/min 0,1 μg/kg/min 0,1 μg/kg/min 0,1 μg/kg/min
Volumen Infusion (balancierte
VEL, Ringer-Azetat)
10–20 ml/kg 10–20 ml/kg 10–20 ml/kg 10–20 ml/kg 500–1.000 ml
Sauerstoff Nasenbrille
Maske mit Reservoir 2–12 l/min 2–12 l/min 2–12 l/min 2–12 l/min 2–12 l/min 2–12 l/min
1Für die intravenöse/intraossäre Gabe wird 1 ml der 1 : 1.000-Lösung (= 1 mg Adrenalin in 1 ml der handelsüblichen Lösung) mit 9 ml NaCl 0,9 % verdünnt
(Endkonzentration 1 : 10.000 = 0,1 mg/ml) oder die Adrenalin-Fertigspritze (1 mg/10ml) verwendet.
2Für die intramuskuläre Applikation und die Inhalation wird die unverdünnte Stammlösung verwendet (Adrenalin 1 : 1.000, 1 mg/ml).
3einer (Stamm-)Konzentration von 1 mg/ml (1 ml enthält 1 mg Dimetindenmaleat)
4Reproterol kann auch als Bolus gegeben werden;
DA, Dosieraerosol; i. m., intramuskulär; i. v., intravenös; i. o, intraossär; KG, Körpergewicht; VEL, Vollelektrolytlösung
33

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
tion von Adrenalin ist additiv indiziert (Tab. 7 und
8). Bei unzureichendem Ansprechen auf die thera-
peutischen Maßnahmen ist das Atemwegsmanage-
ment entsprechend des Algorithmus der S1-Leitli-
nie zum prähospitalen Atemwegsmanagement
(Abb. 2) und gegebenenfalls eine Koniotomie vor-
zunehmen [57].
9. Wie sollte eine Anaphylaxie mit dem
führenden Symptom bronchiale Obstruktion
behandelt werden?
Dieses Symptom gehört zu den häufigsten bei einer
Anaphylaxie. In allen bedrohlich eingeschätzten
Situationen ist als Sofortmaßnahme Adrenalin
intramuskulär zu injizieren. Die topische broncho-
dilatatorische Therapie ist von zentraler Bedeutung
[105] (Abb. 2). Verschiedene kurzwirksame β
2
-
Adrenozeptoragonisten (z. B. Salbutamol, Terbuta-
lin) sind zur Therapie einer bronchialen Obstruktion
zugelassen (Tab. 7 und Tab. 8). Zu beachten ist, dass
manche Anaphylaxiepatient*innen wenig Erfah-
rung mit einer Inhalationstherapie haben und da-
her Inhalationshilfen (Spacer) bei Dosieraerosolen
oder die Anwendung von Inhalationsverfahren mit
kontinuierlicher Aerosolabgabe (Aerosolmasken
für Druck-/Sauerstoffanschluss oder elektrische
Vernebler) vorteilhaft sind. Dies gilt auch für
jüngere Kinder und Kinder ohne Erfahrung mit
Inhalationstherapie. Mittlerweile sind sehr kom-
pakte batteriebetriebene Vernebler erhältlich, die
auch für den rettungsdienstlichen präklinischen
Einsatz geeignet sind. Im Fall der Notwendigkeit
der Therapieeskalation ist eine repetitive Gabe von
intramuskulärem Adrenalin oder bei drohender
Reanimationspflichtigkeit der intravenöse Einsatz
von Adrenalin möglich. Eine weitere Therapiemög-
lichkeit stellt die Gabe eines injizierbaren β
2
-
Adrenozeptoragonisten (Terbutalin s. c. oder Repro-
terol i. v.) dar (Tab. 7).
Bei einem Status asthmaticus mit muskulärer Er-
schöpfung kann eine Notfallnarkose und Beatmung
(nicht invasiv, nur in verzweifelten Fällen invasiv)
erforderlich werden [64]. Wir verweisen auf die ent-
sprechende Leitlinie und die Narkoseführung mit
Esketamin und Midazolam [103].
10. Wie sollte eine Anaphylaxie mit dem
führenden Symptom abdominale Symptomatik
behandelt werden?
Eine abdominale Symptomatik wird zunächst wie
eine Anaphylaxie mit Hautbeteiligung therapiert
(Abb. 3). Nur bei unzureichendem Ansprechen auf
systemisch verabreichte antiallergische Medikamen-
te bekommen gastrointestinale Symptome eigenstän-
digen Krankheitswert. Übelkeit, Brechreiz sowie Ab-
dominalkoliken stellen in diesen Fällen zumeist die
relevante Symptomatik dar. Therapeutisch zu erwä-
gen sind Antiemetika wie Metoclopramid, Histamin-
Antagonisten wie Dimenhydrinat oder die Gabe
eines Serotonin-(5-HT
3
)-Antagonisten (z. B. Ondan-
setron). Bei Abdominalkrämpfen kann die intrave-
nöse Gabe eines Muskarinrezeptorantagonisten
(Butylscopolamin) lindernd wirken.
11. Wie sollte eine Anaphylaxie mit den
führenden Symptomen einer Hautmanifestation
behandelt werden?
Das Legen eines intravenösen Zugangs stellt in die-
sen Fällen die Sofortmaßnahme dar. Es empfiehlt
sich, den Zugang mittels Anlegens einer Infusion
mit einer kristalloiden Infusionslösung (z. B. balan-
cierte Vollelektrolytlösung) offen zu halten. Anti-
allergische Arzneistoffe wie Dimetinden und Glu-
kokortikoid sind in üblicher Dosierung zu verabrei-
chen (Abb. 3, Tab. 8).
Besonderheiten bei Therapie in der Klinik
1. Welche Notfallmedikamente sollten in der
Notaufnahme und auf der Station vorgehalten
werden?
In der Notaufnahme und auf Stationen, auf denen
Provokationstestungen oder allergologische Thera-
pien mit erhöhtem Risiko des Auftretens anaphy-
laktischer Reaktionen durchgeführt werden, sollten
bis zu je zwei Adrenalin-Autoinjektoren in den
Dosierungen 300 μg oder 500 μg vorrätig sein.
Wenn die Versorgung von Kindern zu erwarten ist,
müssen zwei weitere Autoinjektoren in der Dosie-
rung von 150 μg Adrenalin vorgehalten werden. Es
sollte eine Möglichkeit vorhanden sein, Adrenalin
zur Inhalation zu vernebeln. Zusätzlich sollten
injizierbare Histamin-H
1
-Rezeptorantagonisten
und Glukokortikoide sowie Salbutamol zur Inhala-
tion mit entsprechendem Hilfsmittel (Spacer oder
Feuchtinhalationen) bevorratet werden.
2. Wie sollten Betroffene mit akuter Anaphylaxie
in der Notaufnahme versorgt werden?
Werden Personen mit Verdacht auf Anaphylaxie
in der Notaufnahme vorstellig, ist eine sofortige
bevorzugte Versorgung unerlässlich. Um die
Diagnose Anaphylaxie zu stellen, sollen die klini-
schen Kriterien angewendet werden (s. oben). Ne-
ben der sofortigen Beurteilung der klinischen
Symptomatik und der vorherrschenden Beschwer-
den (Abb. 3) ist eine permanente Kreislaufüberwa-
chung mit Messung des Blutdrucks, der Herzfre-
quenz und der peripheren Sauerstoffsättigung mit-
tels Pulsoximetrie zu etablieren. Patient*innen mit
schweren (z. B. Adrenalin-Autoinjektor-pflichti-
gen) anaphylaktischen Reaktionen sollten statio-
när aufgenommen und wegen des Risikos einer bi-
phasischen (zweigipfligen) Reaktion für 24 h sta-
tionär überwacht werden.
34
Leitlinie Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
3. Wie sollte eine Anaphylaxie auf Station
versorgt werden?
Auslöser für eine Anaphylaxie auf Station sind meist
dort verabreichte Arzneistoffe. Die Reaktionen auf
parenteral verabreichte Substanzen treten rasch
nach Beginn der Gabe auf. Bei enteral verabreich-
ten Substanzen ist eine verzögert auftretende Sym-
ptomatik möglich. Erste Maßnahme ist der Stopp
der Allergenzufuhr und je nach Schweregrad die
Alarmierung des Notfallteams.
4. Welche Besonderheiten gelten für eine
Anaphylaxie bei einer geplanten
Provokationstestung?
Wird eine Prozedur geplant, bei der eine Anaphyla-
xie (allergologische Provokationstestung, spezifi-
sche Immuntherapie mit Hymenopterengift) droht,
ist eine sorgfältige Vorbereitung unerlässlich. Diese
schließt Folgendes ein:
— 
Überwachungsbogen mit angeordneter Notfall-
medikation und angepasstem Notfallplan,
— 
in gewichtsadaptierter Dosierung vorbereitete
Notfallmedikamente, patientennah verfügbar,
— 
rasche ärztliche Versorgung beim Auftreten all-
ergischer Symptome.
— 
Ein liegender intravenöser Zugang ist sinnvoll zur
raschen Gabe intravenöser Medikamente und von
Volumen.
— 
Die Indikation zur Gabe der Medikation erfolgt
entsprechend dem Flussdiagramm (Abb. 3).
Wünschenswert ist es, dass die Betroffenen bezie-
hungsweise bei kleinen Kindern die Eltern lernen,
den Autoinjektor unter enger Anleitung des ärzt-
lichen Personals selber zu verabreichen, um die An-
wendung für die weitere häusliche Versorgung zu
trainieren. Hierbei sollte nach Möglichkeit ein
Autoinjektor des gleichen Typs wie vom Betroffenen
genutzt, eingesetzt werden. Dieses Vorgehen ist ge-
eignet, den Patient*innen Sicherheit in der Anwen-
dung des Autoinjektors zu geben und Angst vor der
Anwendung abzubauen.
5. Wie soll eine Anaphylaxie auf
Intensivstationen behandelt werden?
Vorteile von High Care (Intensivstationen), die mit
kontinuierlichem Monitoring ausgestattet sind, lie-
gen unter anderem darin, dass Schocksituationen
frühzeitiger erkannt und behandelt werden können.
Auch wenn das Personal auf einer Intensivstation
auf die Anaphylaxie durch Hypotonie und Tachy-
kardie, durch Alarm des Überwachungsmonitors
oder durch eine niedrige Sauerstoffsättigung auf-
merksam wird, unterscheidet sich das Vorgehen
nicht grundsätzlich von anderen Umgebungen.
Häufige Ursachen für eine Anaphylaxie auf
Intensivstationen sind Arzneimittel- oder Blutpro-
dukte, sodass die allererste Maßnahme das Abstel-
len der Zufuhr des potenziellen Allergens oder
Auslösers ist. Weiterhin erfolgt das oben beschrie-
bene prioritätenorientierte ABCDE-Vorgehen (air-
way, breathing, circulation, disability, exposure)
(Tab. 5). Je nach laufender i. v.-Katecholaminthe-
rapie über Spritzenpumpen muss diese lediglich
angepasst werden. Dabei sollte Adrenalin wegen
seiner unter den Katecholaminen einzigartigen
mastzellstabilisierenden Wirkung zusätzlich gege-
ben werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei
laufender Vasopressorentherapie die übliche i. m.-
Tab. 8: Pharmakotherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter
Nicht-intensiv-Bedingungen (z. B. ambulanten Bedingungen)
Wirkstoff Applikationsweg < 7,5 kg KG 7,5–25 (–30)
4 
kg KG 30–60 kg KG > 60 kg KG
Adrenalin intramuskulär 50–600 μg
Adrenalin Autoinjektor
intramuskulär
nicht zugelassen 150 μg 300 μg 1–2 × 300 μg
oder 500 μg
Adrenalin Inhalativ-Vernebler 2–5 ml
2
Adrenalin intravenös
1 
titrierend Boli 1 μg/kg KG
Dimetinden intravenös 1 ml
3 
1 ml/10 kg KG
3
(max. 4 ml)
1 Amp = 4 ml
3 
1–2 Amp = 4–8 ml
3
(1 ml/10 kg KG)
Prednisolon intravenös 50 mg 100 mg 250 mg 500–1.000 mg
Salbutamol
Terbutalin
inhalativ 2 Hübe DA
per Spacer
2 Hübe DA
per Spacer
2–4 Hübe DA
per Spacer
2–4 Hübe DA
per Spacer
Volumen Bolus (NaCl 0,9 %) 20 ml/kg KG 20 ml/kg KG 10–20 ml/kg KG 10–20 ml/kg KG
Sauerstoff inhalativ 2–10 l/min 5–12 l/min 5–12 l/min 5–12 l/min
1Für die intravenöse Gabe wird von einer 1 mg/ml Adrenalinlösung 1 ml auf 100 ml NaCl 0,9 % verdünnt (Endkonzentration 10 μg/ml):
2Für die Inhalation wird die Stammkonzentration verwendet (1 mg/ml):
3eine (Stamm-)Konzentration von 1 mg/ml (1ml enthält 1 mg Dimetindenmaleat)
4unterschiedliche gewichtsabhängige Zulassungen bei unterschiedlichen Autoinjektoren / Amp, Ampulle; DA, Dosieraerosol; KG, Körpergewicht
35

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
Gabe von 0,3 bis 0,6 mg Adrenalin aufgrund der
peripheren Hypoperfusion vermindert wirksam
sein wird. Daher sollte die i. v.-Gabe in der Inten-
sivmedizin in 50 μg Boli beim Erwachsenen und
von 1 μg/kg Boli beim Kind [102] bis zur Stabili-
sierung des Betroffenen bevorzugt über einen be-
reits liegenden zentralen Venenkatheter erfolgen,
alternativ ist die Applikation auch peripher mög-
lich. Die endgültige Dosierung richtet sich nach
dem beobachteten klinischen Effekt.
6. Was ist beim Entlassmanagement nach
stattgehabter Anaphylaxie zu beachten?
Nach erfolgreich behandelter Anaphylaxie sollten
die Betroffenen und gegebenenfalls auch die Ange-
hörigen über das Krankheitsbild informiert und ei-
ner adäquaten Allergiediagnostik zugeführt werden
(Tab. 8). Trat die Anaphylaxie intraoperativ auf, so
ist ein Anästhesieausweis auszustellen, und die Be-
troffenen sind über den Zwischenfall aufzuklären.
Unbedingt notwendig ist die Dokumentation der
Reaktion mit ihrer Symptomatik, Kofaktoren sowie
den möglichen Auslösern.
Es wird ein Notfallset verordnet (s. unten).
Patient*innen mit einer Nahrungsmittelallergie
sollten eine individuell angepasste therapeutische
Eliminationsdiät bei einer in der Allergologie
erfahrenen Ernährungsfachkraft erhalten (Adres-
sen zertifizierter Fachkräfte beim Deutschen All-
ergie- und Asthmabund, DAAB, und dem Ar-
beitskreis Diätetik in der Allergologie). Nach Re-
aktionen auf Insektenstiche sollte die Möglichkeit
einer allergenspezifischen Immuntherapie erläu-
tert werden.
Ist der Auslöser nach stattgehabter Anaphylaxie
mit extrakutanen Symptomen nicht sicher ver-
meidbar (Insektenstiche, Nahrungsmittel) oder
besteht ein erhöhtes Anaphylaxierisiko, sollten
Betroffene eine Empfehlung zum stetigen Mitfüh-
ren und zur Zusammensetzung eines Sets zur
Selbstmedikation und einen schriftlichen Anwen-
dungshinweis wie den Anaphylaxie-Pass erhalten
(s. Abschnitt Selbstmedikation). Patient*innen
sollten dann eine Instruktion über das Notfall-
management und die Anwendung der Notfallsets
erhalten. Ist der Auslöser ein in der Klinik verab-
reichter Arzneistoff sollte ein Allergiepass ausge-
stellt werden oder eine detaillierte Dokumenta-
tion der Reaktion gegeben werden, um eine wei-
tere allergologische Diagnostik zu planen. Bei re-
zidivierenden Reaktionen kann gegebenenfalls
der Versuch einer langfristigen medikamentösen
Therapie (z. B. langfristige Gabe von Antihistami-
nika oder Anti-IgE wie Omalizumab) erwogen
werden [106, 107].
Für Fragen zum Alltagsmanagement, insbeson-
dere bei nahrungsmittelinduzierten Anaphylaxien,
sollte der Hinweis auf Hilfestellung durch eine Pa-
tientenorganisation (z. B. DAAB) erfolgen.
7. Wie sollte eine perioperative Anaphylaxie
versorgt werden?
Während einer Analgosedierung oder einer Allge-
meinanästhesie können die Betroffenen Frühsym-
ptome wie Juckreiz und Unwohlsein nicht äußern,
weswegen der kontinuierlichen Überwachung und
Beobachtung von Atmung und Beatmung sowie der
Herz-Kreislauffunktionen eine besondere Bedeu-
tung zukommt. Tritt perioperativ unerwartet eine
Hypotonie und Tachykardie auf, so ist unmittelbar
nach möglichen weiteren Symptomen einer Ana-
phylaxie zu suchen:
1. Treten Hautrötungen oder Urtikaria auf – even-
tuell beginnend am Infusionsarm?
2. Ist ein verlängertes Exspirium mit vermindertem
exspiratorischem Flow, einem Anstieg des Beat-
mungsdruckes oder ein Abfall der pulsoximetri-
schen Sättigung zu beobachten?
3. Hat sich die Compliance der Lungen vermindert?
Differenzialdiagnostisch ist im Rahmen viszeralchi-
rurgischer Eingriffe ein Eventerationssyndrom ab-
zugrenzen, welches sich klinisch Prostazyklin-ver-
mittelt durch eine Flush-Symptomatik mit Tachy-
kardie und Hypotonie manifestiert.
Ist die Arbeitsdiagnose schwere Anaphylaxie
oder anaphylaktischer Schock bestätigt, beginnt
unmittelbar die Therapie mit Adrenalin. Bei Er-
wachsenen wird beim schweren Schock mit noch
bestehendem Kreislauf Adrenalin titrierend mit
0,1 bis 0,3 mg Boli Adrenalin solange appliziert,
bis der Blutdruck auf über 100 mm Hg systolisch
gestiegen ist. Zeitgleich beginnt die Volumenthe-
rapie mit ein bis drei Litern einer balancierten
Vollelektrolytlösung. Anschließend werden Hist-
amin-H
1
-Rezeptorantagonisten sowie Glukokorti-
koide – wie oben beschrieben – i. v. appliziert. Ein
erweitertes hämodynamisches Monitoring soll er-
wogen werden. Lassen sich die Betroffene mit die-
sen Maßnahmen stabilisieren, muss interdiszipli-
när entschieden werden, ob und in welchem Um-
fang die Operation durch- oder fortgeführt werden
kann. Eine weitere Intensivüberwachung soll – je
nach Schweregrad – erwogen werden.
Welche Besonderheiten gibt es bei der
Therapie in der Praxis?
1. Welche Auslöser sind bei Anaphylaxien in der
ärztlichen Praxis zu erwarten?
Mögliche Auslöser in der Praxis sind Allergen-
lösungen im Rahmen der allergenspezifischen
Immuntherapie (Hyposensibilisierung), aber auch
Naturlatex, Lokalanästhetika, und in der Praxis
gegebene Arzneimittel (z. B. ambulant gegebene
Arzneimittel wie Antibiotika, Zyklooxygenase-
36
Leitlinie Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
Inhibitoren, Röntgenkontrastmittel, Impfstoffe oder
intravenöses Eisen). Daneben könnten Patient*-
innen bei schweren allergischen Reaktionen, zum
Beispiel durch Hymenopterengifte oder Nahrungs-
mittel, auch selbstständig die nächstgelegene Praxis
zur Behandlung aufsuchen.
2. Wie sollte sich eine ärztliche Praxis auf eine
Notfalltherapie vorbereiten?
In jeder Praxis sollte eine Notfallausrüstung zur
Behandlung einer Anaphylaxie vorhanden sein. Da
in nur wenigen ärztlichen Praxen Anaphylaxien
häufig vorkommen, sollte ein regelmäßiges Trai-
ning zur Erkennung der Anaphylaxie, zur medika-
mentösen und nicht medikamentösen Therapie
(insbesondere wichtig: Aufgabenverteilung, aber
auch Lagerung, Hilfe rufen, Sauerstoff, Atem- und
Kreislauffunktion erfassen) durchgeführt werden.
Das regelmäßige Üben der Abläufe im Falle einer
Anaphylaxie im Team führt zu einer Verbesserung
der ärztlichen Versorgung im Notfall. Ein schriftli-
cher leicht zugänglicher Notfallplan und eine Be-
schriftung der notwendigen Medikamente mit Do-
sierungen sind sehr zu empfehlen. Ein möglichst
von den anderen in der Praxis behandelten Perso-
nen abgeschiedener, für mehrere Helfer leicht zu-
gänglicher Liegeplatz sollte für Patient*innen mit
Anaphylaxie zur Verfügung stehen. In der Pädiatrie
können bei Kindern mit allergenspezifischer Im-
muntherapie die gewichtsadaptierten Dosierungen
für Notfalltherapie bereits auf dem Dokumenta-
tionszettel vermerkt werden.
Folgende Festlegungen sind zur Vorbereitung für
den Notfall hilfreich:
1. Wo ist die Notfallausrüstung gelagert?
2. Wie ist der genaue Ablauf im Notfall?
3. Wer ist für was zuständig? (Ärztin/Arzt informie-
ren, Patient*in mitversorgen, Notruf absetzen etc.)
4. In welchem Raum findet die Versorgung von
Patient*innen statt?
3. Welche Notfallausrüstung sollte eine ärztliche
Praxis vorhalten?
Als Notfallausrüstung sind die Elemente in Tab. 4
zu empfehlen. Ein Pulsoximeter sollte vorhanden
sein, während EKG-Blutdruck-Monitore nicht in je-
der Praxis zur Regelausrüstung zählen.
4. Wie ist der Ablauf im Notfall?
Die Behandlung erfolgt wie oben (Therapie in der
Klinik) beschrieben und unterscheidet sich nicht
prinzipiell.
Adrenalin wird auch in der Praxis durch nicht in
der Notfalltherapie erfahrene Ärzt*innen bevorzugt
intramuskulär gegeben. Bei fehlender Stabilisierung
des Kreislaufs kann die Gabe wiederholt werden.
Bei fehlendem Monitor kann neben Erfassung von
Herzfrequenz und Blutdruck die Rekapillarisie-
rungszeit an der Haut des Thorax oder an der Fin-
gerkuppe Hinweis auf die Kreislauffunktion liefern.
Vorsicht bei der i. v.-Gabe von Adrenalin, diese
sollte einem/er Arzt*Ärztin mit intensiv- bezie-
hungsweise notfallmedizinischen Kenntnissen vor-
behalten sein und erfordert kontinuierliches Blut-
druck- und Pulsmonitoring (Ausnahme: Reanima-
tionssituation mit liegendem Zugang).
Bei Anaphylaxie mit mittlerer bis schwerer Betei-
ligung des Atem- oder Kreislaufsystems ist nach
Unterbrechung der Allergenzufuhr frühzeitig der
Notarzt- und Rettungsdienst zu alarmieren (in
Deutschland: Tel.: 112).
5. Wie ist das Entlassmanagement in der
ärztlichen Praxis?
Da die Überwachungsmöglichkeiten in der Praxis
beschränkt sind, sollte bei schwerer oder im Schwe-
regrad nicht sicher einzuordnender Anaphylaxie
eine Verlegung zur Überwachung im Krankenhaus
erfolgen.
Ansonsten entspricht das Entlassmanagement
demjenigen aus einer Klinik, wie oben (Tab. 9) auf-
gelistet.
Besonderheiten im Kindesalter
Bezüglich der Dosierung bestimmter in der Be-
handlung der Anaphylaxie verwendeter Medika-
mente sind die besonderen Dosierungen im Kindes-
alter zu berücksichtigen.
Patientenmanagement und Selbstmedikation
1. Zielgruppen für die Verschreibung eines
Notfallsets zur Soforthilfe inklusive
Adrenalinautoinjektor
Indikationen zur Verschreibung eines Notfallsets
zur Soforthilfe inklusive Adrenalin-Autoinjektor
sind in Tab. 10 und Tab. 11 aufgelistet. Wir empfeh-
len allen Patient*innen:
— 
mit bereits erlittener Anaphylaxie,
— 
nach systemischer allergischer Reaktion mit extra-
kutanen Symptomen oder mit einem hohen zu-
künftigen Anaphylaxierisiko (z. B. durch bekannte
potente Allergene wie Erdnuss, Baumnüsse, Milch,
Sesam) oder mit hohem Risiko für lebensbedroh-
liche Reaktionen (z. B. bei Asthma bronchiale)
und
— 
hoch sensibilisierten Personen ohne bisherige
anaphylaktische Reaktion, aber hochgradigem
Verdacht auf stark erhöhtes Anaphylaxierisiko –
vor der allergologischen Provokationstestung
mit einem Notfallset zur Soforthilfe auszurüsten,
wenn der Auslöser nicht sicher vermieden werden
kann, zum Beispiel bei Insektengift- oder Nah-
rungsmittelanaphylaxie. Eine sichere Auslösermei-
dung ist normalerweise bei Arzneimittelanaphy-
37

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
laxie nach ausreichender Allergiediagnostik, Auf-
klärung und Ausstellung eines Allergiepasses mög-
lich. Die genauen Indikationen werden in Tab. 10
präzisiert.
2. Kann ein Notfallset zur Soforthilfe bei
hochgradigem Verdacht auf eine Anaphylaxie
auch vor der allergologischen Testung
verschrieben werden?
Kinder mit atopischem Ekzem (atopischer Dermati-
tis, Neurodermitis) sensibilisieren sich häufig gegen
Nahrungsmittelallergene, insbesondere wenn das
Ekzem früh beginnt und schwer verläuft [108, 109].
Bei klinisch relevanter Sensibilisierung reagieren
diese Patient*innen oft anaphylaktisch auf die erste
orale Exposition. Zum Nachweis der klinischen
Relevanz wird in der Regel eine stationäre orale Nah-
rungsmittelprovokation durchgeführt [110]. Da zwi-
schen Indikationsstellung und Durchführung der
oralen Nahrungsmittelprovokation oft mehrere Wo-
chen bis Monate liegen, können Patient*innen bis zu
diesem Termin einen Adrenalin-Autoinjektor erhal-
ten. Die Instruktion zur Anwendung mittels eines
Autoinjektor-Trainers („dummy“) ist unabdingbar.
Bei der Abwägung der Sinnhaftigkeit dieser Maß-
nahme sollte man die Zeit bis zur oralen Provoka-
tionstestung, die Wahrscheinlichkeit einer klinisch
relevanten Nahrungsmittelallergie, die wahrschein-
liche Schwere einer klinischen Reaktion abhängig
von Allergen, Begleiterkrankungen wie Asthma und
die Wahrscheinlichkeit einer akzidentellen Exposi-
tion in Betracht ziehen.
Bei der Erdnuss- und Schalenfruchtallergie
steigt die Wahrscheinlichkeit einer systemischen
Reaktion mit der Höhe der allergenspezifischen
IgE-Antikörper gegen die Samenspeicherproteine
[109, 111]. Bester Prädiktor der klinischen Rele-
vanz ist das spezifische IgE gegen die 2S-Albumine
(Ara h 2 der Erdnuss, Cor a 14 der Haselnuss oder
Ana o 3 der Cashewnuss). Bei einigen Patient*innen
ist das 2S-albuminspezifische IgE so hoch, dass
man von einer 90–95 %-Wahrscheinlichkeit aus-
gehen kann, dass diese Patient*innen, obwohl sie
das Nahrungsmittelallergen bis dahin nie gegessen
haben, eine anaphylaktische Reaktion entwickeln
[109, 111]. Bei diesen Patient*innen wird häufig
keine orale Nahrungsmittelprovokation durch-
geführt oder erst zu einem späteren Zeitpunkt (z. B.
bei Schuleintritt). Bei ihnen kann die Diagnose
eines „hochgradigen Verdachts auf “, zum Beispiel
Erdnuss- oder Schalenfruchtallergie gestellt wer-
den, ohne dass sie jemals eine klinische Reaktion
erlitten hätten. Auch diese Patient*innen sollten
einen Adrenalin-Autoinjektor verordnet bekom-
men und eine ernährungstherapeutische Beratung
zur konsequenten Meidung der hochgradig ver-
dächtigen Nahrungsmittel erhalten, gegebenen-
falls auch zum Ersatz unzureichend zugeführter
Nährstoffe mit Umsetzung der Diät.
3. Was sollte in der Selbstmedikation (Notfallset
zur Soforthilfe) enthalten sein?
In deutschsprachigen Ländern werden vom Arzt
häufig mehrere einzeln zu verordnende Medika-
mente zu einem Notfallset zur Soforthilfe zusam-
mengefasst, die von Betroffenen mit dem Anaphy-
laxie-Pass immer mitgeführt werden sollen. Wir
empfehlen einen Adrenalin-Autoinjektor, einen
Histamin-H
1
-Rezeptorantagonisten, ein Glukokor-
tikoid und bei Patient*innen mit Asthma bronchiale
oder vorheriger Reaktion mit Bronchospasmus ei-
nen inhalativen Bronchodilatator (ß
2
-Adrenozepto-
ragonist) (Tab. 12).
Bei der Auswahl des Histamin-H
1
-Rezeptoranta-
gonisten sollten die Schluckfähigkeit und die indivi-
duelle Präferenz bei der Auswahl der Applikations-
form (Tropfen für Kleinkinder, Tabletten oder
Schmelztabletten für größere Kinder und Erwach-
sene) berücksichtigt werden. Bei Schwierigkeiten
beim Schlucken in der Anamnese (z. B. Larynxödem)
sollte eine flüssige Applikation gegeben werden.
Gleiche Kriterien gelten für Glukokortikoide (1 bis
2 mg/kg KG), wobei auch eine rektale Applikation
möglich ist. Die Expertengruppe empfiehlt die Be-
handlung der Anaphylaxie mit Antihistaminika in
erhöhten Dosen (bis zur vierfachen Dosis der jewei-
lig zugelassenen Einzeldosis). Die neueren selekti-
ven Histamin-H
1
-Rezeptorantagonisten der zweiten
Generation sind zwar zur Therapie der Anaphylaxie
Tab. 9: Maßnahmen beim Entlassmanagement
Identifikation des Auslösers
— 
allergologische Anamnese
— 
wenn nötig Allergiediagnostik (spezifisches IgE und/oder Hauttest) planen
Empfehlungen zur Verhinderung erneuter Reaktionen
— 
bei Nahrungsmittelallergie: individuell angepasste therapeutische Eliminationsdiät
(DAAB, Arbeitskreis Diätetik in der Allergologie, DGEM)
— 
bei Insektengiftallergie Überprüfen der Indikation zur allergenspezifischen
Immuntherapie
— 
bei Arzneimittelallergie Meidungsempfehlung und Allergiepass
Empfehlungen zum medikamentösen Selbstmanagement
— 
Ausstellung eines schriftlichen Planes zum medikamentösen Selbstmanagement
(Anaphylaxie-Pass)
— 
Verordnung der Notfallmedikamente in gewichtsadaptierter Dosis
— 
Schulung der Anwendung
Empfehlungen zum Alltagsmanagement
— 
Verweis auf Hilfestellungen durch Patientenorganisationen zu Betreuung in
Kita/Schule, Einkauf, Reisen
— 
Warnhinweise bei nicht gekennzeichneten Allergenen in Lebensmitteln
— 
Vermittlung spezialisierter allergologisch geschulter Ernährungsfachkräfte
DAAB, Deutscher Allergie- und Asthmabund; DGEM, Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin
38
Leitlinie Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
nicht zugelassen, können jedoch neben den sedie-
renden Antihistaminika auch zur oralen Notfall-
therapie empfohlen werden, da sie in placebokont-
rollierten Hautteststudien einen schnellen Wir-
kungseintritt und weniger Nebenwirkungen wie
Sedierung zeigten. Bei vorbestehendem Asthma
wird zusätzlich ein inhalativer ß
2
-Adrenozeptor-
agonist, bei einer Vorgeschichte von Larynxödem
alternativ gegebenenfalls ein Adrenalinpräparat
zum Inhalieren verordnet.
Es stehen unterschiedliche Adrenalin-Autoinjek-
tor-Modelle zur Verfügung, die sich in Dosis, Hand-
habung, Auslösemechanismus und Nadellänge un-
terscheiden. Eine spezielle Instruktion ist erforder-
lich, die Präparate sind nicht einfach austauschbar,
die Nachverordnung muss sichergestellt sein [112].
Bei der Rezeptur soll das „Aut-idem-Kästchen“ auf
dem GKV-Rezept angekreuzt werden.
4. Wann sollten zwei Adrenalin-Autoinjektoren
verschrieben werden?
Indikationen zur Verordnung von zwei Adrenalin-
Autoinjektoren werden in Tab. 11 aufgelistet.
Die Dosierung von Adrenalin zur Selbstanwen-
dung bei Anaphylaxie ist eine weniger kontrollierte
Erstmaßnahme und muss nicht derjenigen unter
medizinischer Aufsicht mit entsprechendem Mo-
nitoring entsprechen. Dosierungsempfehlungen
bei Selbstanwendung werden aufgrund fehlender
Daten zwar bei Kindern grob dem Körpergewicht
angepasst, bei Erwachsenen aber nicht direkt aus
dem Körpergewicht errechnet [113]. Zur Frage der
optimalen Adrenalindosis oder der Anzahl erfor-
derlicher Adrenalin-Autoinjektoren für die Selbst-
anwendung gibt es wenig Evidenz. Es gibt Fälle, bei
denen es sinnvoll ist, zwei Adrenalin-Autoinjekto-
ren zu rezeptieren. Koexistierendes Asthma bron-
chiale ist ein identifizierter Risikofaktor für die
Applikation eines zweiten Adrenalininjektors. Wir
empfehlen die Verschreibung eines zweiten Adre-
nalin-Autoinjektors bei den in Tab. 11 aufgeliste-
ten Indikationen. Es ist darauf zu achten, dass die
Patient*innen bei Verordnung eines zweiten Auto-
injektors oder bei Folgeverordnungen Autoinjek-
toren gleicher Technik bekommen. Das Notfallset
zur Soforthilfe sollte immer mitgeführt werden.
Auch aus organisatorischen Gründen kann es im
Einzelfall sinnvoll sein, zwei Adrenalin-Autoinjek-
toren zu verordnen, z. B. für verschiedene Aufent-
haltsorte (getrenntlebende Eltern, Schule, Kinder-
betreuungsstätte, Arbeitsplatz). Hierbei kann es je-
doch im Vergleich zum ständigen Mitführen des
Autoinjektors am Betroffenen zu Unklarheiten
oder fehlender Abdeckung kommen. Die Leitlinien-
gruppe empfiehlt deshalb die Verschreibung eines
einzelnen Autoinjektors, der immer mitgeführt
werden soll.
5. Wann besteht keine Indikation mehr für einen
Adrenalin-Autoinjektor?
Eine Expertengruppe der EAACI (European Aca-
demy of Allergy and Clinical Immunology) hat
sich intensiv mit dem Thema der notwendigen
Notfall-Selbstmedikation bei Insektengiftallergie
Tab. 10: Indikationen für die Verordnung eines Adrenalin-Autoinjektors
Patient*innen mit systemischer allergischer Reaktion und Asthma bronchiale (auch ohne Anaphylaxie in der Vorgeschichte)
progrediente Schwere der Symptomatik der systemischen allergischen Reaktion
Vorgeschichte früherer anaphylaktischer Reaktionen gegen nicht sicher vermeidbare Auslöser
systemische Allergie mit extrakutanen Symptomen auf potente Allergene wie Erdnüsse, Baumnüsse, Milch, Sesam
hoher Sensibilisierungsgrad mit erhöhtem Anaphylaxierisiko – vor allergischer Provokationstestung
Patient*innen, die bereits auf kleinste Mengen des Allergens reagieren
Erwachsene mit Mastozytose (auch ohne bekannte Anaphylaxie)
Tab. 11: Indikationen für die Verschreibung eines zusätzlichen zweiten Adrenalin-Autoinjektors
besonders schwere Anaphylaxie in der Vergangenheit
hohes Körpergewicht: > 100 kg KG
unkontrolliertes Asthma bronchiale
schlechte Erreichbarkeit der nächsten notfallmedizinischen Versorgung
besonders hohes Risiko für schwere Anaphylaxie (z. B. Erwachsene mit Mastozytose)
organisatorisch: für Kinderbetreuungsstätte/Schule sowie gemäß familiärer Situation
39

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
befasst [104] und Empfehlungen zur Verschrei-
bung von Adrenalin-Autoinjektoren formuliert,
die auch in die aktuelle Leitlinie zur Therapie der
Insektengiftallergie Eingang gefunden haben [43].
Auf die Verschreibung eines Adrenalin-Autoinjek-
tors kann demnach verzichtet werden, wenn das
Risiko einer erneuten systemischen Stichreaktion
annähernd vergleichbar ist mit dem der Normal-
bevölkerung. Dies kann angenommen werden bei
erfolgreich durchgeführter Immuntherapie und
vertragener Stichreaktion entweder nach Feld-
stich oder nach Stichprovokation. Nach Abschluss
der Immuntherapie kann auf den Adrenalin-
Autoinjektor verzichtet werden bei Patient*innen,
die nur mit kutanen/mukosalen Symptomen
reagiert haben (Grad I) und bei Patient*innen, die
mit mehr als kutanen Symptomen (Grad II)
reagiert haben, aber keine zusätzlichen Risiko-
faktoren für Nichtansprechen der „venom immuno-
therapy“ haben [104]. Als Risikofaktoren gelten
hierbei schwere Insektengiftanaphylaxie (Grad III
oder IV), Bienengiftallergie, hohes Expositions-
risiko (z. B. Imker), systemische Reaktion unter
Immuntherapie, Mastzellerkrankungen, erhöhte
basale Serumtryptase und ACE-Hemmer therapie.
Ob bereits nach Erreichen der Erhaltungsdosis auf
den Adrenalin-Autoinjektor verzichtet werden
kann, wird unterschiedlich beurteilt. Unter den
Experten waren 70–80 % der Meinung, dass bei
Patient*innen, die nur mit kutanen/mukosalen
Symptomen reagiert haben (Grad I), auch schon
nach Erreichen der Erhaltungsdosis auf die
Verschreibung eines Adrenalin-Autoinjektors
verzichtet werden kann. Tab. 10 fasst die Indika-
tionen zur Verordnung von Adrenalin-Autoinjek-
tors bei Anaphylaxie zusammen.
6. Was sollte eine Instruktion mit dem Notfallset
zur Soforthilfe umfassen?
Die meisten anaphylaktischen Notfälle finden im
Alltag, oft im häuslichen Umfeld der Betroffenen
statt. Daher muss die Aufklärung über das Notfall-
selbstmanagement alle Maßnahmen umfassen, die
die Betroffenen selbst im (erneuten) Notfall zu
beachten haben beziehungsweise durchführen
sollten. Sie sollten angeleitet werden: (1) anaphy-
laktische Reaktionen zu erkennen, (2) die Selbst-
medikation symptombezogen anwenden zu kön-
nen, (3) eine korrekte Lagerung durchzuführen,
und (4) den Notruf abzusetzen (Deutschland und
Österreich: Tel.: 112, Schweiz: Tel.: 144; Anaphy-
laxie/anaphylaktischer Schock angeben, Gesprächs-
leitung durch die Rettungszentrale). Potenzielle
Auslöser (Nahrungsmittel, Insekt, Arzneimittel)
sollten nach Möglichkeit asserviert werden.
Die Selbstmedikation wird entsprechend der
Symptomatik und der Gewissheit über einen siche-
ren Allergenkontakt gegeben: Die korrekte stadien-
gerechte Verabreichung der verschiedenen Medika-
mente zur Akutmedikation ist essenzieller Bestand-
teil der Patientenaufklärung, da diesbezüglich die
größte Unsicherheit bei Patient*innen und Angehö-
rigen besteht. Hat ein sicherer Kontakt mit dem
Anaphylaxie-Auslöser stattgefunden (Insektenstich
ohne erfolgreiche allergenspezifische Immunthera-
pie, Verzehr des allergieauslösenden Nahrungsmit-
tels, Einnahme des allergieauslösenden Arzneimit-
tels) ist nach dem Anaphylaxie-Notfallplan zu ver-
fahren (Abb. 4).
Der Notfallplan und Anaphylaxie-Pass sind wich-
tige Hilfsmittel, die stets persönlich mitgeführt wer-
den sollten.
Jeder von Anaphylaxie Betroffene beziehungs-
weise zugehörige Angehörige oder Sorgeberechtigte
sollte eine individuelle Einzelinstruktion mit prak-
tischer Demonstration der Anwendung des Notfall-
sets bei der Verschreibung erhalten.
Diese Instruktion umfasst eine Aufklärung über
die Auslöser der Anaphylaxie, deren Meidung, bei
nahrungsmittelinduzierter Anaphylaxie Vermitt-
lung an eine in der Allergologie versierte Ernäh-
rungsfachkraft zur Beratung zu einer therapeu-
tischen Eliminationsdiät, die Symptomatik einer
Anaphylaxie sowie die theoretische und praktische
Anwendung von Notfallmedikamenten (mit De-
monstration) bei erneuten Anaphylaxien. Bei jeder
Tab. 12: Bestandteile eines „Notfallset zur Soforthilfe“ für
Patient*innen
Adrenalin-Autoinjektor zur intramuskulären Applikation, gewichtsadaptiert:
> 7,5–25 kg KG oder > 15–30 kg KG 150 μg*
> 25–50 kg KG oder > 30–50 kg KG 300 μg*
> 50 kg KG 300 – 500 – 600 μg
H
1
-Antihistaminikum, nach Patientenalter und -präferenz, oral als Flüssigkeit oder
(Schmelz-)Tablette
Die Dosis des jeweiligen Antihistaminikums kann bis auf das Vierfache der Einzeldosis
erhöht werden.
Bei Dimetinden-Tropfen kann analog eine gewichtsadaptierte Dosierung der
i. v.-Formulierung als oral einzunehmende Dosis empfohlen werden (Tab. 8).
Glukokortikoid, nach Patientenalter und -präferenz, rektal oder oral (als Flüssigkeit oder
Tablette) mit 50–100 mg Prednisolonäquivalent
bei bekanntem Asthma bronchiale oder vorheriger Reaktion mit Bronchospasmus
z usätzlich:
β
2
-Adrenozeptoragonist 2 Hübe
Bei zu erwartender oberer Obstruktion der Atemwege (Larynxödem) zusätzlich:
inhalatives Adrenalinpräparat mit Sprühkopf für Arzneimittelfläschchen (extra vom
Apotheker anfordern)
Hinweis: Ein Notfallset zur Soforthilfe sollte einen Anaphylaxie-Pass mit schriftlicher
Anleitung zur Anwendung der Bestandteile enthalten
*Zulassung je nach Autoinjektor-Präparat; i. v., intravenös; KG, Körpergewicht
40
Leitlinie Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
Abb. 4: Anaphylaxie-Notfallplan
41

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
Neuverschreibung eines Adrenalin-Autoinjektors
sollte erneut instruiert werden. Die Betroffenen
selbst sowie Personen des sozialen Umfelds, bei
Kindern insbesondere Betreuungspersonen werden
in den Gebrauch der Selbstmedikation eingewiesen.
Hierfür gibt es standardisierte Anaphylaxie-Not-
fallpläne (Abb. 4) sowie Anaphylaxie-Atteste und
Handlungsanweisungen zum Notfallmanagement
für Kinderbetreuungsstätten und Schulen. Eine
Zusammenfassung der Selbsttherapieanweisung,
die neben den Auslösern auch die Dosierung der
Medikamente und die Anwendung der Medika-
mente in Abhängigkeit vom Bild der Reaktion fest-
legt, ist auch im Anaphylaxie-Pass dargestellt.
7. Wer sollte eine Anaphylaxie-Gruppenschulung
erhalten?
Eine Anaphylaxie-Gruppenschulung wird für alle
Patient*innen mit hohem Risiko für erneute Ana-
phylaxie empfohlen.
In Ergänzung zur obligaten Einzelinstruktion
mit dem Notfallset zur Soforthilfe wurde ein am-
bulantes (aus einzelnen Unterrichtseinheiten aufge-
baut, 2 × 3 Zeitstunden), schriftlich fixiertes, ein-
heitliches, interdisziplinäres und zielorientiertes, in
sich geschlossenes strukturiertes Gruppenschu-
lungskonzept für Patient*innen mit Anaphylaxie
und Sorgeberechtigte von Kindern und Jugend-
lichen (z. B. Eltern) von Mitgliedern der Arbeits-
gemeinschaft Anaphylaxie Training und Edukation
e. V. (AGATE) mit Manual, Teilnehmerunterlagen
und Musterstundenplänen erstellt [113, 114].
Schwerpunkte der Schulung liegen auf der prakti-
schen Selbsttherapie, unter anderem in Form von
Rollenspielen, inklusive der Anwendung der Adre-
nalin-Autoinjektoren, aber auch auf Allergenmei-
dungsstrategien, Umsetzung der chronischen Ge-
fährdungssituation im Alltag und Möglichkeiten
des Risikomanagements. Eine Individualisierung
vor dem Hintergrund der erfassten individuellen
Probleme und Erwartungen ist häufig notwendig.
Wir empfehlen bei regionaler Verfügbarkeit die
Durchführung einer Anaphylaxie-Gruppenschu-
lung. Aufgrund fehlender Kostenübernahme regio-
nal durch manche Krankenkassen werden in
Deutschland noch nicht flächendeckend Schulun-
gen angeboten.
8. Wo gibt es weitere Hilfsmittel zum
Alltagsmanagement bei Anaphylaxie?
Neben schriftlichen standardisierten Anaphylaxie-
Notfallplänen und dem Anaphylaxie-Pass können
weitere Infomaterialien (z. B. Broschüren, Einkaufs-
ratgeber, Restaurantkarten mit Informationen zu
speziellen Nahrungsmittelallergien für die Küche,
ein Attest für Flugreisen etc.) über den DAAB
bezogen werden. Darüber hinaus erhalten Patient*-
innen hier Hilfestellungen für das Alltagsmanage-
ment (Tab. 9).
Adrenalin-Autoinjektions-Trainer und Anleitungs-
material zum Üben sind bei den Herstellern von
Autoinjektoren und beim DAAB erhältlich. Weitere
Hilfsmittel (z. B. Aufbewahrungstaschen für das
Notfallset, Aufkleber oder Kleidung mit Warn-
hinweisen) können ebenfalls über den DAAB oder
über das Internet erworben werden. SOS-Notfall-
Armbänder oder -kapseln haben sich in deutschspra-
chigen Ländern noch nicht durchgesetzt und werden
in Notfallsituationen oft nicht bemerkt.
Es erscheint wichtig, nicht nur die Betroffenen
und deren soziales Umfeld (Eltern) sowie die ärzt-
lich allergologisch Tätigen in das Anaphylaxie-
Management einzubinden, sondern auch weitere
Berufsgruppen, zum Beispiel Rettungsdienste, ärzt-
liche Notdienste, die Vereinigung der Notfallambu-
lanzen sowie Organisatoren von Erste-Hilfe-Kursen
und Patientenorganisationen [115].
Insgesamt ist die Akutversorgung von Anaphy-
laxiepatient*innen in Deutschland positiv zu bewer-
ten, allerdings bestehen immer noch erhebliche Pro-
bleme im Langzeit-Management, beispielsweise bei
Kindern in Kita und Schule sowie Lücken im recht-
zeitigen Einsatz von Adrenalin und in der weiterfüh-
renden Diagnostik, Instruktion und Schulung [44, 74].
Es ist wichtig, die Ärzteschaft auf dieses poten-
ziell lebensbedrohliche Problem hinzuweisen und
sie mit der Möglichkeit der intramuskulären Gabe
von Adrenalin auch mittels Adrenalin-Autoinjektor
zur Selbstmedikation vertraut zu machen.
Anaphylaxie nach COVID-19-Impfung
Seit Kurzem werden in verschiedenen Staaten –
auch in Deutschland – Impfungen gegen COVID-19
durchgeführt. Dabei sind aus Großbritannien und
USA vereinzelte Fälle von Anaphylaxie berichtet
worden, die zur Verunsicherung von Patienten und
Impfärzten geführt haben. Die Leitliniengruppe
Anaphylaxie sowie die allergologischen Fachgesell-
schaften haben sich dazu in kurzen Stellungnahmen
[117, 118] dahingehend geäußert, dass bei bestimm-
ten Patienten mit allergischen Erkrankungen ein
erhöhtes Risiko für Anaphylaxie nach COVID-
19-Impfung bestehen kann, nämlich bei Patienten
mit schweren allergischen Reaktionen auf Medika-
mente oder Impfstoffe sowie bekannten Überemp-
findlichkeiten gegen Inhaltsstoffe der verwendeten
COVID-19-Vakzinen. In unklaren Fällen sollte vor
COVID-19-Impfung eine allergologische Abklä-
rung erfolgen. Auch sollte die Beobachtungszeit
nach Impfung bei Risikopatienten 30 Minuten be-
tragen. Die Ärzte und medizinischen Hilfskräfte
der Impfzentren sollten auf die Möglichkeit einer
Anaphylaxie und die dann notwendigen Sofortmaß-
nahmen hingewiesen werden [117, 118].
42
Leitlinie Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021

Allergo J Int 2021; 30: 1–25
Verfahren zu Konsensbildung
Auf Vorstandsbeschluss der Deutschen Gesellschaft
für Allergologie und klinische Immunologie
(DGAKI) von 2017 wurde die Arbeitsgruppe „Ana-
phylaxie“ beauftragt, zusammen mit anderen Fach-
gesellschaften die bestehende Leitlinie zu aktuali-
sieren und auch Experten aus anderen Bereichen zu
gewinnen. Sie kommen neben den Allergologie-
experten aus den Bereichen Anästhesiologie und
Intensivmedizin, Dermatologie, Pädiatrie, Innere
Medizin, Otolaryngologie, Notfallmedizin, Pharma-
kologie, Pneumologie und Theoretische Chirurgie.
Allergologische Fachgesellschaften aus Österreich
und der Schweiz sowie Vertreter von Patienten-
organisationen sind ebenfalls vertreten.
Neben Mitgliedern der DGAKI sind Vertreter des
Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (AeDA), der
Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Um-
weltmedizin (GPA), des Berufsverbands der Kinder
und Jugendärzte Deutschlands (BVKJ), der Gesell-
schaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivme-
dizin (GNPI) der Deutschen Akademie für Allergo-
logie und Umweltmedizin (DAAU), der Österreichi-
schen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie
(ÖGAI), der Schweizerischen Gesellschaft für Aller-
gologie und Immunologie (SGAI), der Deutschen
Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin
(DGAI), der Deutschen Gesellschaft für Pharmako-
logie (DGP), der Arbeitsgemeinschaft Anaphylaxie-
Training und Edukation e. V. (AGATE) sowie der
Patientenorganisation Deutscher Allergie- und Asth-
mabund e. V. (DAAB) eingebunden. Im September
2017 in Wiesbaden, März 2018 in Mainz, Juni 2018 in
Kassel, März 2019 in Mainz und September 2019 in
Hannover fanden Konsensuskonferenzen statt. Die
auf den Konferenzen erarbeiteten Empfehlungen be-
ruhen auf Literaturrecherchen unter Bewertung kli-
nischer Studien, Fallserien, Einzelfallbeschreibungen,
experimentellen Untersuchungen, auf eigenen Erfah-
rungen sowie auf theoretischen Überlegungen. Fall-
serien erlangten die größte Bedeutung, während the-
oretische Überlegungen nur dann in die Bewertung
einflossen, wenn weder Einzelfälle noch Fallserien
oder experimentelle Untersuchungen für die Beurtei-
lung herangezogen werden konnten. Insgesamt ist die
Anzahl wissenschaftlich aussagekräftiger Studien zur
Anaphylaxie so gering, dass das Management in
vielen Bereichen empirisch bleibt und sich häufig aus
pathophysiologischen Überlegungen ableitet.
Prof. Dr. Dr. Johannes Ring
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie
am Biederstein
Technische Universität München
Biedersteiner Straße 29
80802 München, Deutschland
E-Mail: johannes.ring@tum.de
Interessenkonflikt
Interessenkonflikterklärungen sind tabellarisch – neben
dem Leitlinienreport – auf der entsprechenden Internet-
seite der AWMF zur S2-Leitlinie zu „Akuttherapie und
Management der Anaphylaxie – Update 2020“ hinterlegt
und dort abrufbar (www.awmf.org/leitlinien/detail/
ll/061-025.html).
Der Verlag erklärt, dass die inhaltliche Qualität des
Beitrags von zwei unabhängigen Gutachtern geprüft
wurde. Werbung in dieser Zeitschriftenausgabe hat
keinen Bezug zur CME-Fortbildung. Der Verlag garantiert,
dass die CME-Fragen frei sind von werblichen Aussagen
und keinerlei Produktempfehlungen enthalten. Dies gilt
insbesondere für Präparate, die zur Therapie des
dargestellten Krankheitsbildes geeignet sind.
Zitierweise
Ring J, Beyer K, Biedermann T, Bircher A, Fischer M, Fuchs
T, Heller A, Hoffmann F, Hutegger I, Jakob T, Klimek L,
Kopp MV, Kugler C, Lange L, Pfaar O, Rietschel E, Rueff F,
Schnadt S, Sifert R, Stöcker B, Treudler R, Vogelberg C,
Werfel T, Worm M, Sitter H, Brockow K. Guideline (S2) on
acute therapy and management of anaphylaxis: 2021
update. S2-Guideline of the German Society for
Allergology and Clinical Immunology (DGAKI), the
Medical Association of German Allergologists (AeDA), the
Society of Pediatric Allergy and Environmental Medicine
(GPA), the German Academy of Allergology and
Environmental Medicine (DAAU), the German Professional
Association of Pediatricians (BVKJ), the Society for
Neonatology and Paediatric Intensive Care (GNPI), the
German Society of Dermatology (DDG), the Austrian
Society for Allergology and Immunology (ÖGAI), the
Swiss Society for Allergy and Immunology (SGAI), the
German Society of Anaesthesiology and Intensive Care
Medicine (DGAI), the German Society of Pharmacology
(DGP), the German Respiratory Society (DGP), the patient
organization German Allergy and Asthma Association
(DAAB), the German Working Group of Anaphylaxis
Training and Education (AGATE). Allergo J Int 2021;30:1–25
https://doi.org/10.1007/s40629-020-00158-y
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zu schweren allergischen Reaktionen nach COVID-
19-Impfung mit dem Impfstoff von Pfizer/BioNTech in
Großbritannien. Allergo J Int 2021; https://doi.
org/10.1007/s40629-020-00160-4
46
Leitlinie Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021

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Leitlinie zu Akuttherapie und Management
der Anaphylaxie – Update 2021
? 
Was gehört zu den häufigsten
Auslösern schwerer anaphylaktischer
Reaktionen?
◯ 
Im Kindesalter sind es Insektengifte
und Arzneimittel, bei Erwachsenen
Nahrungsmittel.
◯ 
Im Kindesalter sind es Nahrungsmittel,
bei Erwachsenen Insektengifte und
Arzneimittel.
◯ 
Im Kindesalter sind es Nüsse, bei
Erwachsenen Gewürze und exotische
Früchte.
◯ 
Im Kindesalter sind es Gewürze und
exotische Früchte, bei Erwachsenen
Kuhmilch und Hühnerei.
◯ 
Im Kindesalter sind es Kuhmilch und
Arzneimittel, bei Erwachsenen
Gewürze und exotische Früchte.
? 
Was gehört nicht zu den Risiko-
faktoren, die zusammen mit der
Allergenexposition zu einer anaphy-
laktischen Reaktion führen können?
◯ 
Lebensalter und schwere
Herz-Kreislauferkrankungen
◯ 
körperliche Belastung, Alkohol,
mentaler oder emotionaler Stress
sowie die Anwendung Anaphylaxie-
begünstigender Arzneimittel
◯ 
männliches Geschlecht, Grad der
Sensibilisierung und schlecht
eingestelltes Asthma bronchiale
◯ 
Akne, Konjunktivitis und Angioödeme
◯ 
Infekt oder gleichzeitige Exposition
gegen andere Allergene
? 
Was gehört zu den häufigen
Ursachen für eine Anaphylaxie bei
hospitalisierten Patienten?
◯ 
Weizen (oder Unterarten, z. B. Dinkel,
Grünkern, Emmer)
◯ 
Arzneimittel- oder Blutprodukte
◯ 
Erdnüsse und exotische Früchte
◯ 
Insektengifte (z. B. Wespengift)
◯ 
Hausstaubmilbenallergene
? 
Was gehört nicht zu den Indika-
tionen für die Verordnung eines
Adrenalin-Autoinjektors?
◯ 
Vorgeschichte früherer
anaphylaktischer Reaktionen gegen
nicht sicher vermeidbare Auslöser
◯ 
systemische Allergie mit extrakutanen
Symptomen auf potente Allergene wie
Erdnüsse, Baumnüsse, Milch, Sesam
◯ 
progrediente Schwere der
Symptomatik der systemischen
allergischen Reaktion
◯ 
generell bei Verdacht auf
Nahrungsmittelallergie
◯ 
hoher Sensibilisierungsgrad mit
erhöhtem Anaphylaxierisiko – vor
allergischer Provokationstestung
? 
Bei welcher von den Patienten-
gruppen sollten zwei Adrenalin-
Autoinjektoren verschrieben werden?
◯ 
bei besonders schwerer Anaphylaxie in
der Vergangenheit
◯ 
generell bei Kindern mit Allergien auf
Gewürze und exotische Früchte
◯ 
wenn das Risiko einer erneuten
systemischen Stichreaktion annähernd
vergleichbar ist mit dem der
Normalbevölkerung
◯ 
nach Abschluss der Immuntherapie bei
Patientinnen und Patienten, die nur
mit kutanen/mukosalen Symptomen
reagiert haben (Grad I)
◯ 
nach Abschluss der Immuntherapie bei
Patientinnen und Patienten, die mit
mehr als kutanen Symptomen (Grad II)
reagiert haben, aber keine zusätzlichen
Risikofaktoren für Nichtansprechen
einer Insektengift-Immuntherapie
haben.
? 
Bei welchen der folgenden
Symptome soll die anaphylakti-
sche Reaktion als „Reaktion zweiten
Grades“ klassifiziert werden?
◯ 
Angioödem, Urtikaria, Flush, Juckreiz,
aber keine Symptome des
Respirationstraktes und
Herz-Kreislaufsystems
◯ 
Kreislaufstillstand, Atemstillstand
◯ 
Angioödem, Urtikaria, Flush, Juckreiz,
Defäkation, Erbrechen, Larynxödem
◯ 
Angioödem, Urtikaria, Flush, Juckreiz,
Nausea, Krämpfe, Erbrechen, Rhinorrhö,
Heiserkeit, Dyspnoe, Tachykardie (Anstieg
> 20/min), Hypotension (Abfall > 20
mmHg systolisch), Arrhythmie
◯ 
Angioödem, Urtikaria, Flush, Juckreiz,
Zyanose, Bronchospasmus,
Larynxödem, Schock
Allergo J 2021; 30 (1) 47

? 
Was gehört zu den Maßnahmen
beim Entlassmanagement eines
Anaphylaxiepatienten in einer
ärztlichen Praxis?
◯ 
intramuskuläre Gabe von Adrenalin
◯ 
die sofortige Applikation von
Sauerstoff über die Atemmaske
insbesondere mit Reservoir-Beutel
◯ 
Erfassung von Herzfrequenz und
Blutdruck, Empfehlungen zur
Vermeidung körperlicher Belastung
◯ 
Identifikation des Auslösers,
Empfehlungen zur Verhinderung
erneuter Reaktionen, Empfehlungen
zum medikamentösen Selbst-
management, Empfehlungen zum
Alltagsmanagement
◯ 
Sofortige Beurteilung der klinischen
Symptomatik und der vorherrschenden
Beschwerden.
? 
Wer sollte eine Anaphylaxie-
Einzel- oder Gruppenschulung
erhalten?
◯ 
Schulkinder und Lehrer mit Verdacht
auf Erdnussallergie
◯ 
alle Patientinnen und Patienten mit
hohem Risiko für erneute Anaphylaxie
◯ 
alle Patientinnen und Patienten mit
einer Arzneimittelallergie
◯ 
betroffene Allergikerinnen und
Allergiker in einer Notaufnahme einer
Klinik
◯ 
alle Patientinnen und Patienten, die an
einer Nahrungsmittelallergie leiden
? 
Was gehört nicht zu den Bestand-
teilen eines „Notfallsets zur Sofort-
hilfe“ für Patientinnen und Patienten?
◯ 
Adrenalin-Autoinjektor zur
intramuskulären Applikation
◯ 
bei bekanntem Asthma bronchiale
oder vorheriger Reaktion mit
Bronchospasmus zusätzlich
β
2
-Adrenozeptoragonist
◯ 
Glukokortikoid, nach Patientenalter
und -präferenz, rektal oder oral
◯ 
Intubationsbesteck und
Beatmungsbeutel
◯ 
H
1
-Antihistaminikum
? 
Welche Angaben gehören zu der
„5-Sekunden-Runde“ zur schnellen
Prüfung der Vitalparameter von
Lebenszeichen (prioritäten-
orientiertes ABCDE-Vorgehen)?
◯ 
A – Atemwege, B – Belüftung,
C – Circulation, D – Disability, E – Exposure
◯ 
A – Atemwege, B – Bewegung,
C – Circulation, D – Diagnose, E – Exposure
◯ 
A – Arzneimittel, B – Beurteilung,
C – chronische Erkrankungen,
D – Disability, E – Erkennung
◯ 
A – Anaphylaxierisiko, B – Belüftung,
C – Circulation, D – Diagnose,
E – Erkrankung
◯ 
A – Allergiepass, B – Blutdruck,
C – Chronische Erkrankungen,
D – Disability, E – Exposure
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