Leitlinie
Update Anaphylaxie
Arbeitsgemeinschaft in Norddeutschland tätiger Notärztinnen und Notärzte e. V. (AGNN)
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Update Anaphylaxie Tom Kracke, Ulf Harding Anaphylaxie ist eine schwere allergische (Hypersensitivitäts-)Reaktion, die schnell voranschreiten und tödlich sein kann. Sie kann die Haut- und Schleimhäute, das Atmungs-, Herz-Kreislauf- und/oder Verdauungssystem betreffen. Eine lebensbedroh- liche Anaphylaxie ist durch eine Beteiligung des Atmungs- und/oder Herz-Kreislauf- Systems gekennzeichnet und kann ohne Haut-/Schleimhautbeteiligung auftreten [1]. Einleitung Im deutschsprachigen Raum liegt für die Akuttherapie und das Management der Anaphylaxie ein Update der Leitlinie aus 2021 vor [2]. Die Leitlinie der European Acad- emy of Allergy and Clinical Immunology wurde ebenfalls 2021 aktualisiert [3]. Überarbeitungen sind 2025 respek- tive 2026 avisiert. Die World Allergy Organization verfass- te 2020 eine Aktualisierung ihrer Empfehlungen [4]. Der European Resuscitation Council (ERC) passte die Empfeh- lungen zur Anaphylaxie im Rahmen der 2025 erschiene- nen Leitlinie zur Reanimation unter besonderen Umstän- den an [5]. In der vorliegenden Zeitschrift wurde der Leitlinieninhalt als CME-Fortbildung [6] aufbereitet und zuletzt als „The- rapie auf einen Blick“ [7] in Erinnerung gerufen. Per Fall- szenarien werden insbesondere die pädiatrischen Fälle aufgearbeitet, um ein einheitliches und sicheres Vorgehen zu propagieren [8, 9]. Für die alltägliche prä- und intrahospitale notfallmedizi- nische Versorgung hat die Anaphylaxie in mehrfacher Hinsicht weiterhin große Bedeutung, zumal das Erkennen bei bislang international uneinheitlicher Definition der Anaphylaxie und die adäquate frühzeitige Gabe von Adre- nalin intramuskulär auf eine steigende Inzidenz der Ana- phylaxie bei insgesamt steigender Anzahl der Rettungs- dienst- und Notarzteinsätze treffen. Die Inzidenz der Anaphylaxie nimmt zu, der Grund dafür ist unklar [10]. Sie beträgt in Europa ca. 5/100 000 Ein- wohner/Jahr und ist niedriger als in den USA mit bis zu 50/100 000 Einwohner/Jahr [11]. Die Anaphylaxie gilt grundsätzlich als unterdiagnostiziert, was bisher zur Un- terschätzung der Inzidenz geführt haben könnte [11]. Eine erhöhte Awareness gegenüber Anaphylaxie und Be- mühungen einer Vereinheitlichung der Definition könnten weitere Gründe für die steigende Inzidenz sein. Was gibt es seit der letzten Leitlinienaktualisierung Neues – besonders im Hinblick auf die Notfallmedizin? Dieser Ar- tikel soll die jüngsten Entwicklungen beleuchten und die bestehenden Therapie- und Handlungsempfehlungen bei Anaphylaxie unterstreichen [12]. Begrifflichkeiten rund um allergische/anaphylaktische Reaktion und Definition von Anaphylaxie Im Kontext der allergischen Reaktion existieren historisch gewachsene Einteilungen. Die Aufteilung nach Coombs u. Gell (1963) teilt die allergischen Reaktionen nach Patho- mechanismus auf in: ▪ Soforttyp (Typ I), ▪ zytotoxischer Typ (Typ II), ▪ Immunkomplextyp (Typ III), ▪ Spättyp (IV) [13]. Notfallmedizinische Relevanz hat insbesondere die aller- gische Reaktion vom Soforttyp, deren Kern eine immun- globulinvermittelte Reaktion an Mastzellen und basophi- len Granulozyten darstellt. In der Folge kommt es zu einer Ausschüttung von Histamin, Prostaglandinen, Leukotrie- nen, Tryptase, plättchenaktivierendem Faktor, Heparin, Proteasen, Serotonin und Zytokinen. Schlüsselbegriff ist die sogenannte Mastzelldegranulation, deren zentraler Mediator das Histamin darstellt. Die Schweregradeinteilung nach Ring u. Messmer (1977) wird in adaptierter Form besonders im deutschsprachigen Raum leitliniengerecht verwendet [2, 14]. Sie teilt dabei die Ausprägung der Symptomatik in den 4 Organsystemen Haut, Abdomen, Respirationstrakt und Herz-Kreislauf in die Schweregrade I–IV auf. Das schwerwiegendste Symp- tom gilt als Schweregrad definierend. Diese Einteilung verbleibt historisch, wenn man auf die Bemühungen um Kracke T, Harding U. Update Anaphylaxie ... Notarzt 2026; 42: 103–110 | © 2026. Thieme. All rights reserved. 103 Notfallmedizin Basics Heruntergeladen von: Silke Stadler. Urheberrechtlich geschützt. Artikel online veröffentlicht: 13.04.2026 eine einheitliche internationale Definition der Anaphylaxie blickt. Die Definitionskriterien des National Institute of Allergy and Infectious Disease/Food Allergy and Anaphylaxis Net- work von 2004 [15] sind in medizinischer Praxis und For- schung weit verbreitet und sind z. B. Grundlage für den Einschluss in das Allergieregister [16]. Die von der World Allergy Organization von 2020 angepassten Kriterien wur- den bislang nicht einheitlich übernommen [4]. Die aktuell publizierte Konsensusdefinition aus 2024 des Global Aller- gy and Asthma Excellence Network wird als neueste funk- tionelle Anaphylaxiedefinition vorgestellt und dient als Grundlage für die klinischen Therapieempfehlungen [1]: „Anaphylaxie ist eine schwere allergische (Hypersensitivi- täts-)Reaktion, die schnell voranschreiten und tödlich sein kann. Sie kann die Haut respektive Schleimhäute, das At- mungs-, Herz-Kreislauf- und/oder Verdauungssystem be- treffen. Lebensbedrohliche Anaphylaxie ist gekennzeichnet durch eine Beteiligung des Atem- und/oder Herz-Kreislauf- Systems und kann ohne Haut-/Schleimhautbeteiligung auftreten.“ Quelle: Dribin TE, Muraro A, Camargo CA et al. Ana- phylaxis definition, overview, and clinical support tool: 2024 consensus report – a GA2LEN project. J Al- lergy Clin Immunol 2025; 156: 406–417.e6 Die Begriffe „anaphylaktische Reaktion“ und „anaphylak- tischer Schock“ werden durch das international zu verein- heitlichende „Anaphylaxie“ ersetzt. Eine Anaphylaxie kann mit einem Schockgeschehen einhergehen und ist der dis- tributiven Schockform zuzuordnen, deren Kern eine rela- tive intravasale Hypovolämie bei Histamin vermittelter ge- steigerter Gefäßpermeabilität darstellt [5, 17]. Anaphylaxie erkennen Anaphylaxie kann aufgrund verschiedenartiger Ausprä- gung ein Chamäleon unter den Einsätzen in der prähospi- talen Notfallmedizin sein. Verschiedene Einsatzstichwör- ter der Leitstelle können sich im Rettungsdienst hinter einer Anaphylaxie verbergen: Kollaps, Synkope, unklare Bewusstlosigkeit, Luftnot, Asthmaanfall, Brustenge, Herz- rhythmusstörung, Tachykardie, Hautausschlag, Juckreiz, Übelkeit/Erbrechen und Durchfall. Das Einsatzstichwort der Leitstelle „allergische Reaktion“ wird bei nur klar er- sichtlichem Zusammenhang der Symptomatik mit dem auslösenden Agens dem Meldenden der Leitstelle ver- ständlich sein. Der klassische Einsatz im Sommer mit Luftnot und Kollaps nach Wespenstich erhöht die Wahr- scheinlichkeit, von der Leitstelle auf eine Anaphylaxie hin alarmiert zu werden. Häufig sind auch andere Auslöser ur- sächlich. Dies setzt eine erhöhte Awareness für Anaphyla- xie beim Rettungsfachpersonal voraus. Nicht immer wird ein auslösendes Agens zu eruieren sein, ungeachtet des- sen verbleibt bei o. g. Symptomen die Anaphylaxie eine mögliche Differenzialdiagnose. Eine Anaphylaxie zu diagnostizieren basiert auf klinischen Symptomen und prähospital routinemäßig erhobenen Vi- talparametern losgelöst von Labordiagnostik und Scores. Es gilt, Symptome an den betroffenen Organsystemen zu erkennen, deren plötzliches Einsetzen im Zeitrahmen von Minuten bis wenigen Stunden wahrzunehmen und eine mögliche oder wahrscheinliche Allergenexposition oder -zufuhr zu registrieren. Hierfür steht ein Unterstützungs- tool im Taschenkartenformat zur Verfügung (▶ Abb. 1, ▶ Abb. 2). Anhand der vorgeschlagenen Definition der Anaphylaxie ist bereits ersichtlich, dass eine lebensbedrohliche Ana- phylaxie auch ohne Hautmanifestation auftreten kann. Dies wird in bis zu 15–20 % der Fälle registriert [1, 4, 16]. Die 3 Szenarien des Unterstützungstools rücken insbeson- dere die Beteiligung von Herz-Kreislauf- und Atmungssys- tem in den Vordergrund. Merke Eine Anaphylaxie liegt in bis zu 15–20 % der Fälle ohne Hautmanifestationen vor. Kracke T, Harding U. Update Anaphylaxie ... Notarzt 2026; 42: 103–110 | © 2026. Thieme. All rights reserved. 104 Anaphylaxie – klinisches Unterstützungstool für medizinisches Fachpersonal keine bekannte Allergenexposition plötzlicher Beginn (Minuten bis mehrere Stunden) einer Haut-/Schleimhautbeteiligung entweder:und Atemweg odersbeteiligung Kreislaufbeteiligung Anaphylaxie ist wahrscheinlich, wenn eines der folgenden 3 Kriterien erfüllt ist: wahrscheinliche oder bekannte Allergenexposition plötzlicher Beginn von 2 oder mehr der folgenden: Haut-/Schleimhautbeteiligung Atemwegsbeteiligung Kreislaufbeteiligung schwere Beteiligunggastrointestinale bekannte Allergenexposition plötzlicher Beginn von entweder: Atemwegsbeteiligung nach Kontakt mit einem nicht-inhalativen Allergen oder Kreislaufbeteiligung 1 2 3 ▶ Abb. 1 Anaphylaxie – klinisches Unterstützungstool [1]. Notfallmedizin Basics Heruntergeladen von: Silke Stadler. Urheberrechtlich geschützt. Bei einer Anaphylaxie liegt eine dynamische Situation vor. Initial milde Symptome können rasch in eine lebens- bedrohliche Situation münden. Ferner können persistie- rende Symptome und biphasische Verläufe vorliegen. Nach einer initialen Besserung kann es zu einem Relaps im Sinne eines biphasischen Verlaufs kommen. Ebenfalls kann der Pathomechanismus spontan sistieren. Für das Vorgehen der Notfallmedizin existieren die Akro- nyme xABCDE (▶ Tab. 1) und SAMPLER (▶ Tab. 2), die ein strukturiertes Vorgehen ermöglichen. Eine Zuordnung der Symptome und klinischen Befunde folgt. Nach der Erstuntersuchung erfolgt die strukturierte Anam- nese gemäß SAMPLER-Akronym. Hier können Risikofak- toren für Anaphylaxie bzw. auslösende Allergene eruiert werden (▶ Tab. 2). Es existieren endogene und exogene Faktoren, die das Auftreten einer Anaphylaxie und in der Folge einer lebensbedrohlichen Anaphylaxie fördern. So- genannte Augmentationsfaktoren und zeitglich weitere vorliegende Erkrankungen (sog. Co-Erkrankungen) wirken potenziell aggravierend auf Anaphylaxien ein. Neueste Daten aus dem Anaphylaxieregister mit Anaphy- laxiefällen aus dem europäischen Raum [16] zeigen, dass bei Erwachsenen mit einer relativen Häufigkeit Insekten- gift mit 50 %, Medikamente mit 23 % und Nahrungsmittel mit 21 % die 3 häufigsten Auslöser darstellen. Der Anteil von insektengiftbedingter Anaphylaxie steigt jährlich und unterliegt gewissen am ehesten klimabedingten Schwan- kungen. Für Kinder stehen Nahrungsmittel mit 70 %, ge- folgt von Insektengift mit 16 % und Medikamente mit 5,2 % im Vordergrund. Hier ist der Anteil von nahrungs- mittelbedingter Anaphylaxie ansteigend. Bei den Erwach- senen ist das weibliche Geschlecht mit 56,6 % und bei den Kindern das männliche Geschlecht mit 63,1 % häufiger vertreten. Daten aus Deutschland zeigen, dass die Letalität der Ana- phylaxie weiterhin sehr niedrig ist. Sie stieg von 2009 auf 2020 minimal von 0,48 auf 0,59 pro 1 000 000 Einwohner pro Jahr an. Medikamente (Cephalosporin und Metamizol) lösten am häufigsten tödlich verlaufende Anaphylaxien in der untersuchten Population aus. Risikofaktoren sind ins- besondere kardiovaskuläre Komorbidität, Mastozytose, höheres Lebensalter und männliches Geschlecht. Bei töd- Kracke T, Harding U. Update Anaphylaxie ... Notarzt 2026; 42: 103–110 | © 2026. Thieme. All rights reserved. 105 sofort bei Verdacht auf Anaphylaxie mittleres Drittel des Oberschenkels, alle 5–15 Minuten bei ausbleibender Wirkung wiederholen 0,01 mg/kg = 0,01 ml/kg einer 1-mg/ml-Lösung < 13 kg: 0,1 mg oder 0,15 mg individuell Autoinjektor: auch wenn die Kriterien noch nicht erfüllt sind, je nach Einschätzung max. Einzeldosis: 0,5 mg 13 – < 25 kg: 0,15 mg ≥ 25 kg: 0,3 mg ≥ 50 kg: 0,3 mg oder 0,5 mg Adrenalin i. m. Anaphylaxie – betroffene Organsysteme Haut Schleimhaut Atmungssystem Kreislaufsystem Gastrointestinaltrakt Urtikaria, Flush, Erythem, Schwellung des Gesichts, Säugling/ : MottlingKleinkind Schwellung von Lippen, Zunge, Oropharynx, schweres Engegefühl im Hals, Schwierigkeiten zu chlucken.s ggf. repetitives LippenleckenKleinkind Keuchen, erhöhte Atemarbeit, Hypoxie, Husten, Dyspnoe Stridor, Stimmveränderung, Heiserkeit Hypotonie, Synkope, Schwindel, unerklärlich alterierter mentaler Status, Säugling/ :Kleinkind unerklärlich persistierende Tachykardie starker krampfartiger Bauchschmerz, wiederholtes Erbrechen, Durchfall ! ▶ Abb. 2 Anaphylaxie – klinisches Unterstützungstool. Notfalltherapie und betroffene Organsysteme [1]. Heruntergeladen von: Silke Stadler. Urheberrechtlich geschützt. lich verlaufender Anaphylaxie fehlen in bis zu knapp der Hälfte der Fälle Hautsymptome [18]. Anaphylaxie behandeln Anwendung von Adrenalin Bei Kreislaufstillstand wird eine kardiopulmonale Reani- mation gemäß Reanimationsalgorithmus durchgeführt. Im Kreislaufstillstand mit Asystolie und/oder pulsloser elektrischer Aktivität wird so schnell es geht Adrenalin in- travenös in bekannter Dosis von 1 mg und anschließend jede 3–5 Minuten verabreicht. Sofern möglich sollte die Allergenexposition gestoppt werden [5]. Dies kann z. B. bei einer einlaufenden intravenösen Medikamenteninfu- sion möglich sein. Die Entfernung eines Wespenstachels gehört aufgrund der Zeitintensität und der Verschiebung der Aufmerksamkeit nicht dazu. Priorität bei erhaltenem Kreislauf hat bei Verdacht auf Anaphylaxie die sofortige intramuskuläre Gabe von Adrenalin [1, 2, 3, 4, 5]. Merke Die universelle Erstlinientherapie ist die sofortige intra- muskuläre Gabe von Adrenalin. Die intramuskuläre Injektion von Adrenalin erfolgt in den lateralen Oberschenkel. Die intramuskulär zu verabrei- chende Dosis Adrenalin beträgt 0,01 mg/kg Körperge- Kracke T, Harding U. Update Anaphylaxie ... Notarzt 2026; 42: 103–110 | © 2026. Thieme. All rights reserved. 106 ▶Tab. 1 Mögliche Symptome bei Anaphylaxie [1] nach xABCDE sortiert. Symptome klinische Befunde zusätzliche Besonderheiten bei Säuglingen/Kleinkindern X Exsanguination – – – A Airway Engegefühl im Hals, Kloßgefühl Kribbeln im Mund juckender Mund oder Rachen metallischer Geschmack Gesichtsschwellung verstopfte Nase Rhinorrhö geschwollene Lippen, Zunge, Gaumen, Uvula Räuspern Zungenmanipulation, wieder- holtes Lippenlecken heiseres Weinen Spucken B Breathing Luftnot Brustenge Husten erhöhte Atemarbeit Giemen Bronchospasmus Hypoxämie Apnoe Zyanose reduzierter Peak expiratory Flow Stimmveränderung, kloßige Sprache, Heiserkeit Stridor Zyanose C Circulation Brustenge Brustschmerzen Schwäche Schwindel Verschwommen sehen Schwierigkeiten zu hören Zyanose Blässe schwacher Puls Synkope/Kollaps Arrhythmie Hypotonie Bradykardie Schock Herz-Kreislauf-Stillstand persistierende unerklärliche Tachykardie Zyanose Hypotonie D Disability Übelkeit Verwirrung Schläfrigkeit Kopfschmerzen unerklärliche Veränderung im mentalen Status Krampfanfall Somnolenz Lethargie Schluckauf Aufbäumen E Environment Exposure persistierender krampfartiger Bauchschmerz unterer Rückenschmerz in Verbindung mit Blasenkrämpfen Gefühl des drohenden Unheils Unwohlsein Angst Juckreiz Urtikaria Erythem Flush konjunktivale Injektionen Chemosis Inkontinenz Erbrechen Durchfall „Mottling“ anhaltende Reizbarkeit Untröstlichkeit Weinen verminderte Aktivität Notfallmedizin Basics Heruntergeladen von: Silke Stadler. Urheberrechtlich geschützt. wicht (▶ Tab. 3). Die maximale Einmaldosis ist 0,5 mg. Es wird das unverdünnte Adrenalin in der Konzentration von 1 mg/ml verwendet [1, 4]. Für die Applikation kleiner Volumina im pädiatrischen Setting wird die Dosierung mithilfe der Feindosierungsspritze empfohlen [8]. Hierfür existieren Merkhilfen zur Dosierung orientierend am Alter [4, 8] oder Körpergewicht [1, 3]. Unabhängig davon ist der Umgang mit Merkhilfen in der Notfallmedizin insbe- sondere bei pädiatrischen Notfällen dringend angeraten und im Vorfeld zu üben [19]. Bei ausbleibendem Effekt ist gemäß ERC die intramusku- läre Adrenalingabe alle 3–5 Minuten zu wiederholen [5]. Merke Die intramuskuläre Adrenalingabe ist bei ausbleiben- dem Effekt alle 3–5 Minuten zu wiederholen [5]. Für die Anwendung bzw. Verschreibung von Adrenalin- autoinjektoren in Deutschland sind die Zulassungsvor- gaben anhand des Körpergewichts zu beachten. Formal sind Autoinjektoren bei < 7,5 kg Körpergewicht nicht zu- gelassen [2]. Adrenalin wird offenkundig zu selten angewendet. Nach wie vor ist der Anteil der Adrenalingaben in 23 % der Fälle von medikamenteninduzierter Anaphylaxie und in ca. 18 % der Fälle bei sonstiger Anaphylaxie frappierend nied- rig [11]. Allgemeinmaßnahmen Die Patienten werden gemäß dem xABCDE-Algorithmus behandelt. Bei Anaphylaxie ist auf eine flache Lagerung mit Hochlagerung der Beine zu achten. Bei führender Luftnot in der Anaphylaxie wird gegebenenfalls nur eine aufrecht sitzende Position toleriert, diese ist zuzulassen. Bei Schwangeren ab dem 2. Trimenon gilt die allgemein- gültige Empfehlung zur Linksseitenlage. In jedem Falle sind Aufstehen sowie abrupte Lagerungswechsel zu ver- meiden. Die Gabe von hochdosiertem Sauerstoff per Maske mit Reservoirbeutel wird ohne Angabe einer unteren Sauer- stoffsättigungsgrenze in den Anaphylaxieleitlinien sowie der aktuellen ERC-Guideline empfohlen [2, 3, 4, 5]. Es gel- ten die allgemeinen Empfehlungen zur Aufrechterhaltung einer Normoxie. Für die Einleitung einer prähospitalen Notfallnarkose gelten entsprechende Empfehlungen ein- hergehend mit strukturiertem Vorgehen. Bei Schwellung im Bereich der Atemwege und erhaltener Spontanatmung mit z. B. Stridor oder Giemen ist die inha- lative Applikation von 3–5 mg purem Adrenalin zur Ver- neblung über alle Altersklassen hinweg als additive Maß- nahme zur intramuskulären Adrenalingabe angezeigt [2, 9]. Über peripher etablierte venöse Zugänge oder einen intraossären Zugang ist ein Volumenbolus von Vollelek- Kracke T, Harding U. Update Anaphylaxie ... Notarzt 2026; 42: 103–110 | © 2026. Thieme. All rights reserved. 107 ▶Tab. 2 Risikofaktoren für Anaphylaxie [1, 2, 4, 16, 18] sortiert nach SAMPLER. begünstigende Aspekte für Anaphylaxie S Symptome ausführlich siehe ▶ Tab. 1 zeitgleiche Infektionen (Augmentationsfaktor) A Allergien Allergien und Unverträglichkeiten (bekannte Allergien gegen Erdnüsse und Fisch begünstigen schwere Reaktionen) M Medikation Betablocker, ACE-Inhibitoren, NSAR (Augmentationsfaktor) Sedativa/Hypnotika/Antidepressiva (beeinträchtigen potenziell die Erkennung von Anaphylaxieauslösern und -symptomen) P Patientenvor- geschichte körperliche Belastung (Augmentationsfaktor) psychischer Stress/Depression (Augmentationsfaktor) prämenstruelle Phase Routinestörungen (wie Verreisen usw.) Schlafentzug Co-Erkrankungen Atopie in der Anamnese (atopische Dermatitis, allergisches Asthma, allergische Rhinitis usw.) Mastozytose Anaphylaxie in der Vergangenheit Schilddrüsenerkrankung schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen L letzte Mahlzeit Alkohol (Augmentationsfaktor) Hinweise auf Nahrungsmittelallergien neue/unbekannte Nahrungsmittel neue Gewürze exotische Früchte Insektenprodukte E Ereignisse vor dem Notfall Stress, körperliche Belastung (Augmentationsfaktoren) jegliche Art von Insektengiften (inkl. Wespenstiche) Kontakt zu Tierhaaren R Risikofaktoren hohes Lebensalter männliches Geschlecht (Risikofaktor für schwerwiegende Verläufe) [18] und die oben genannten Faktoren NSAR = nicht steroidale Antirheumatika ▶Tab. 3 Adrenalin ist Erstlinientherapie. Altersorientierte Merkhilfe zur Dosierung von Adrenalin zur intramuskulären Applikation [1, 4, 8]. intramuskuläre Dosis Adrenalin Erwachsener und Teenager 0,5 mg Kinder 6–12 Jahre 0,3 mg Kinder 1–5 Jahre 0,15 mg Säuglinge individuell dosiert bzw. 0,1–0,15 mg Heruntergeladen von: Silke Stadler. Urheberrechtlich geschützt. trolytlösung in der Dosis von 10–20 ml/kg Körpergewicht zu applizieren [2, 3, 4, 5]. Diese Empfehlung gilt ebenfalls für die pädiatrischen Fälle [8, 9]. Zweitlinientherapie Erst nach den o. g. lebensrettenden Sofortmaßnahmen und Stabilisierung des Kreislaufs schließt sich die Zweit- linientherapie an. Diese umfasst die Gabe von Antihista- minika und Glukokortikoiden. Die Gabe von Adrenalin darf keinesfalls dadurch verzögert werden. Antihistami- nika und Glukokortikoide werden explizit hintangestellt, da der Wirkeintritt verzögert und die wissenschaftliche Evidenz hierfür gering ist bzw. fehlt. Nichtsdestotrotz sind Glukokortikoide und Antihistaminika entgegen den Emp- fehlungen, Adrenalin primär in der Anaphylaxie zu ver- abreichen, die am häufigsten eingesetzten Präparate in Europa. Glukokortikoide werden in ca. 52 %, Antihistami- nika in ca. 47 % und Adrenalin in ca. 19 % der Fälle einer Anaphylaxie appliziert [11]. Das Antihistaminikum der Wahl ist der Histamin-H1-Anta- gonist Dimetinden-Maleat. Er wird in einer Dosierung von 0,1 mg/kg Körpergewicht intravenös verabreicht. Diese Empfehlung gilt über alle Altersklassen hinweg. Das heißt, bei einem Erwachsenen wird mit der Gabe einer Ampulle Dimetinden (4 mg) keine suffiziente Dosis erzielt: Bei- spielsweise sind bei 80 kg Körpergewicht 8 mg Dimetin- den (entspricht 2 Ampullen) zu applizieren. Bei einem 30 kg schweren Kind werden 3 mg Dimetinden verab- reicht [9]. Kontrovers wird insbesondere über den Nutzen von Glu- kokortikoiden diskutiert, diese zeigen teils keine bis hin zu schädlicher Wirkung [4]. Glukokortikoide wurden bislang unter Annahme, einen biphasischen Verlauf der Anaphyla- xie abfedern zu können, verabreicht. Dies ist jedoch nicht bewiesen. Sie können bei Kindern schädlich wirken [3]. Die internationalen Anaphylaxieleitlinien führen zwar die Glukokortikoidgabe als Begleitmedikation mit auf, sie steht jedoch keinesfalls im Zentrum der Therapie [1]. Bis- lang findet Prednisolon als Bolus in einer Dosis von 2 mg/ kg Körpergewicht als intravenöse, orale oder rektale Gabe Erwähnung in der deutschen Literatur [2, 9]. Die Exper- tenmeinung der ERC empfiehlt den routinemäßigen Ein- satz von Glukokortikoiden nicht [5]. Merke Die Expertenmeinung der ERC empfiehlt den routine- mäßigen Einsatz von Glukokortikoiden zur Behandlung einer Anaphylaxie nicht [5]. Weiterversorgung Im Anschluss an die Prähospitalphase schließt sich der Transport unter kardiopulmonalem Monitoring und die Behandlung im Notfallzentrum an. Hier erfolgt eine Fort- führung der Überwachung je nach Schwere der Anaphyla- xie für weitere 6 bis 24 Stunden [3] und ggf. die Einlei- tung weiterer Diagnostik, wie z. B. die Bestimmung von Gesamt-IgE, allergenspezifischen IgE-Antikörper oder Tryptase [2, 3, 4]. Die Bestimmung der Serumtryptase 1– 3 Stunden nach Einsetzen der Anaphylaxie kann im Ver- gleich zur basalen Serumtryptase eine Anaphylaxie an- zeigen [2]. Die basale Serumtryptase sollte frühestens 24 Stunden nach Anaphylaxie bestimmt werden. Zum Entlassmanagement gehören die Empfehlung der allergo- logischen ambulanten Vorstellung, die Ausstellung eines Notfallausweises sowie die Rezeptierung eines Notfallsets, dessen Hauptbestandteil ein Adrenalinautoinjektor dar- stellt. Der potenzielle Anaphylaxieauslöser sollte bis zur definitiven Testung gemieden werden. In Differenzialdiag- nose zur Anaphylaxie steht eine Reihe an Erkrankungen aufgelistet in der deutschen Leitlinie ohne Anspruch auf Vollständigkeit [2]. Ausblick Hemmschwellen zur Anwendung der Adrenalinautoinjek- toren sind die intramuskuläre Injektion über eine scharfe Kanüle einhergehend mit potenzieller Spritzenphobie oder Verletzungsgefahr. Ferner stellten die geringe welt- weite Verfügbarkeit, die eingeschränkte Lagerbarkeit und die mangelnde Schulung im Umgang sowie die Bedenken einer Über- oder Unterdosierung bei fixer Dosierung Limi- tationen vor breiter Anwendung dar [20]. Im angloame- rikanischen Raum ist die Anwendung von nasalen Thera- peutika weit verbreitet. Es gibt Präparate wie Naloxon, Diazepam, Fentanyl oder Sumatriptan in Formulierungen zur nasalen Anwendung [21]. Als erstes Adrenalinpräparat in Europa und den USA steht als Alternative zu Adrenalin- autoinjektoren 2 mg nasal applizierbares Adrenalin für Kinder und Erwachsene ≥ 30 kg Körpergewicht („EURnef- fy“, ▶ Abb. 3) in haptischer Form eines „Nasensprays“ zur Verfügung [21]. Dadurch sollen die Limitationen umgan- gen und Adrenalin leitliniengerecht niederschwelliger an- gewendet werden. Die pharmakokinetischen Eigenschaf- ten von 2 mg nasal appliziertem Adrenalin sind vergleich- bar mit denen der 0,3 mg intramuskulären Adrenalingabe [20, 21]. Für andere Applikationswege (sublingual oder transkutan) liegt bislang keine Zulassung vor [20]. Penicillinallergie Delabeling In der Notfallmedizin ist bei bakteriellen Infektionen die Auswahl einer geeigneten antiinfektiven Therapie von großer Bedeutung. Sie findet in überwiegenden Fällen in Kracke T, Harding U. Update Anaphylaxie ... Notarzt 2026; 42: 103–110 | © 2026. Thieme. All rights reserved. 108 Notfallmedizin Basics Heruntergeladen von: Silke Stadler. Urheberrechtlich geschützt. Unkenntnis des Erregers statt. Die Einleitung einer kalku- lierten Antibiotikatherapie beinhaltet häufig Penicilline. Besonders relevant sind Aminopenicilline in der Therapie der ambulant erworbenen Pneumonie. Patient*innen, die eine Allergie gegen Penicilline angeben, erleiden durch die Wahl alternativer Antibiotika mehr unerwünschte Ne- benwirkungen, verursachen höhere Kosten und steigende Resistenzraten als Patient*innen, die mit Penicillinen be- handelt werden. Neue Erkenntnisse unterstreichen die Möglichkeit, diese „Penicillinallergien“ vor Ort ohne allergologische Testung (Pricktest, spezifische IgE usw.) zu delabeln. Hierfür wur- de die Penicillin Allergy Decision Rule, kurz PEN-FAST, entwickelt (▶ Tab. 4) [22]. Mit 3 Item-Fragen ist es ein praktikables Tool, das sich in der Notfallmedizin einsetzen lässt. Es liegen reproduzierbar hohe negativ prädiktive Werte von über 95 % vor. Im niedrigen Risikobereich eines PEN-FAST < 3 kann vor Ort delabelt werden und übrige al- lergologische Tests als unnötig erachtet werden [22, 23]. Gute Aufklärungsarbeit und der damit einhergehende Vorteil für den Patienten, höchstwahrscheinlich keine Penicillinallergie zu haben, sollten erfolgen. Kutane Haut- reaktion in der Kindheit im zeitlichen Kontext zur Einnah- me von Penicillinen können retrospektiv als Virusexanthe- me oder parainfektiöse Urtikaria interpretiert werden. KERNAU SSAGE N ▪ Anaphylaxie ist eine schwere allergische (Hyper- sensitivitäts-)Reaktion, die schnell voranschrei- ten und tödlich sein kann. Sie kann die Haut- und Schleimhäute, das Atmungs-, Herz-Kreis- lauf- und/oder Verdauungssystem betreffen. ▪ Eine lebensbedrohliche Anaphylaxie ist durch eine Beteiligung des Atmungs- und/oder Herz- Kreislauf-Systems gekennzeichnet und kann ohne Haut-/Schleimhautbeteiligung auftreten. ▪ Die Therapie der Anaphylaxie ist die intramus- kuläre Gabe von Adrenalin. ▪ Bei ausbleibender klinischer Besserung ist die intramuskuläre Adrenalingabe nach 3–5 min zu wiederholen. ▪ Intramuskuläre Adrenalinautoinjektoren sowie nasal zu applizierendes Adrenalin sind zur Eigen- medikation im Notfall sicher und zugelassen. ▪ Maßnahmen wie die intravenöse Gabe einer Vollelektrolytlösung, die hochdosierte Sauer- stoffgabe sowie geeignete Lagerung sind durch- zuführen. ▪ Als Zweitlinientherapie ist Dimetinden als Anti- histaminikum in adäquater Dosis intravenös zu verabreichen. ▪ Gemäß ERC wird der routinemäßige Gebrauch von Glukokortikoiden nicht mehr empfohlen. ▪ Der Anaphylaxie folgt eine Überwachung mit kardiopulmonalem Monitoring in einem Notfall- zentrum. ▪ Eine Penicillinallergie gilt es, kritisch zu hinter- fragen. Es ist mittels PEN-FAST < 3 Punkte sicher, diese zu delabeln. Interessenkonflikt Die Autorinnen/Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht. Kracke T, Harding U. Update Anaphylaxie ... Notarzt 2026; 42: 103–110 | © 2026. Thieme. All rights reserved. 109 ▶ Abb. 3 2 mg Adrenalin für die nasale Applikation (Quel- le: ALK-Abelló Arzneimittel GmbH). [rerif] ▶Tab. 4 Penicillin Allergy Decision Rule, kurz PEN-FAST [22]. PEN Penicillinallergie in der Anamnese? Wenn ja, sind folgende Fragen zu stellen: Wird die Frage mit ja beantwortet, sind folgende Punkte zu vergeben: F 5 Jahre oder weniger seit der Reaktion? 2 Punkte A S Lag eine Anaphylaxie oder Angioödem oder schwere Hautreaktion vor? 2 Punkte T War eine Behandlung der Reaktion notwendig? 1 Punkt Heruntergeladen von: Silke Stadler. Urheberrechtlich geschützt. Autorinnen/Autoren Dr. med. Tom Kracke, M.A. Oberarzt des Zentrums für Notfallmedizin des Städtischen Klinikums Wolfenbüttel gGmbH. Facharzt für Innere Medizin, Zusatzbezeichnun- gen Notfallmedizin und Palliativmedizin. Aktiver Notarzt und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft in Norddeutschland tätiger Notärztinnen und Notärzte e. V. (AGNN) seit 2021. Leitender Notarzt des Land- kreises Wolfenbüttel. Master of Arts Medizinethik. Ethikbera- ter. Stellv. Vorsitzender des lokalen Klinischen Ethikkomitees. Dr. med. Ulf Harding Chefarzt des Zentrums für Notfallmedizin des Städtischen Klinikums Wolfenbüttel gGmbH. Facharzt für Anästhesiologie, Zusatzbezeich- nungen Notfallmedizin und Klinische Akut- und Notfallmedizin. Notarzt und Leitender Notarzt in den Rettungsdienstbereichen Wolfenbüttel und Braunschweig. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemein- schaft in Norddeutschland tätiger Notärztinnen und Notärzte e. V. (AGNN). Korrespondenzadresse Dr. med. Tom Kracke, M.A. Zentrum für Notfallmedizin, Städtisches Klinikum Wolfenbüttel gGmbH Alter Weg 80 38302 Wolfenbüttel Deutschland [email protected] Literatur [1] Dribin TE, Muraro A, Camargo CA et al. Anaphylaxis definition, overview, and clinical support tool: 2024 consensus report – a GA2LEN project. J Allergy Clin Immunol 2025; 156: 406–417. e6 [2] Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immuno- logie e. V. (DGAKI). S2k-Leitlinie Akuttherapie und Manage- ment der Anaphylaxie – Update 2021. AWMF-Registernr. 061– 025. Version 3.0. 2021-01-31. Zugriff am 10. Februar 2026 un- ter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/061-025 [3] Muraro A, Worm M, Alviani C et al. EAACI guidelines: Anaphy- laxis (2021 update). Allergy 2022; 77: 357–377. DOI: 10.1111/ all.15032 [4] Cardona V, Ansotegui IJ, Ebisawa M et al. World Allergy Organi- zation Anaphylaxis Guidance 2020. World Allergy Organ J 2020; 13: 100472. 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